Blaulicht und Hautalterung

13.02.2026
Foto: Youproduction/Shutterstock.com

„Digital Aging“ beschreibt die Hautalterung durch künstliches Licht, das von digitalen Geräten ausgestrahlt wird. Hauptverursacher ist das Blaulicht (High Energy Visible Light, HEV), das im sichtbaren Bereich des Lichtspektrums liegt und besonders energiereich ist. Während UV-Strahlen seit Jahren als Hautfeind Nummer 1 gelten, rückt Blaulicht als Gefahr immer mehr in den Fokus der Forschung.

Blaulicht hat einen erheblichen Einfluss auf die Haut. Im Gegensatz zu UV-Strahlen, die von der Sonne ausgehen, stammt Blaulicht von Smartphones, Tablets, Computern und LED-Lampen. Es dringt tiefer in die Haut ein als UV-A- und UV-B-Strahlen und kann dort oxidativen Stress verursachen. Dieser führt zur Bildung freier Radikale, die Zellstrukturen wie Kollagen und Elastin schädigen. 
Diese Proteine sind für die Elastizität und Festigkeit der Haut verantwortlich – werden sie zerstört, verliert die Haut an Spannkraft und es entstehen schneller Falten. Zudem beeinflusst Blaulicht die Produktion des Hautfarbstoffs Melanin. Das kann zu Pigmentverschiebungen und dunklen Flecken führen, vor allem bei Menschen mit empfindlicher oder vorgeschädigter Haut. 
Blaulicht verstärkt Entzündungsprozesse in der Haut und kann so Rötungen sowie eine erhöhte Empfindlichkeit verursachen. Auch die natürliche Hautbarriere wird geschwächt. Das Ergebnis ist eine trockene, müde und weniger widerstandsfähige Haut. 
Menschen, die täglich viel Zeit vor digitalen Bildschirmen verbringen, sind besonders betroffen. Besonders empfindlich reagieren Personen mit heller oder vorgeschädigter Haut sowie Menschen, die zu Pigmentflecken oder Hautirritationen neigen.
Effekte von Blaulicht auf junge und ältere Haut
Junge Haut besitzt mehr Kollagen, Elastin und eine stärkere Hautbarriere. Sie kann Schäden durch oxidativen Stress und freie Radikale besser ausgleichen und regenerieren. Dennoch kann auch bei junger Haut häufige Blaulicht-Exposition zu feinen Linien oder leichten Pigmentverschiebungen führen. 
Ältere Haut hat bereits einen Abbau von Kollagen und Elastin erlebt. Die Hautbarriere ist schwächer, die Regenerationsfähigkeit nimmt ab. Schäden durch Blaulicht – etwa Falten, Elastizitätsverlust und Pigmentflecken – treten schneller und ausgeprägter auf und heilen langsamer. 

Präventionsmaßnahmen

Der Schutz der Haut vor den Aus-
wirkungen von Digital Aging und Blaulicht wird angesichts der zunehmenden Bildschirmzeit immer wichtiger. Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die helfen, die Haut zu schützen und vorzeitiger Alterung entgegenzuwirken, vor allem:

1. Reduzierung der Bildschirmzeit

Die effektivste Maßnahme ist, die Zeit vor digitalen Geräten zu begrenzen. Regelmäßige Pausen helfen den Augen und geben der Haut Zeit zur Erholung. Die 20-20-20-Regel kann unterstützen: Nach 20 Minuten Bildschirmarbeit für 20 Sekunden in 20 Meter Entfernung schauen.

2. Verwendung von Blaulichtfiltern

Viele Geräte bieten einen Blaulichtfilter oder „Night Shift“-Modus, der den Blaulichtanteil reduziert. Zusätzlich gibt es spezielle Folien für Bildschirme und Brillen mit Blaulichtschutz, die das schädliche Licht abfangen. 

3. Hautpflege mit Antioxidantien

  • Vitamin C: schützt vor freien Radikalen und unterstützt die Kollagenbildung.
  • Vitamin E: stärkt die Hautbarriere und wirkt entzündungshemmend.
  • Vitamin B3: reduziert Pigmentflecken und stärkt die Haut.
  • Resveratrol: starke antioxidative Wirkung

Diese Stoffe finden sich in vielen Seren, Tagescremes und Gesichtsmasken. Die Produkte werden morgens aufgetragen, um die Haut tagsüber zu schützen.

Auf einen Blick

  • Die Forschung bestätigt, dass Blaulicht – insbesondere aus dem Sonnenlicht – zur Hautalterung beitragen kann. Durch die Bildung freier Radikale und oxidativen Stress werden wichtige Hautstrukturen geschädigt, was Falten und Pigmentflecken begünstigt.
  • Allerdings ist die Intensität des Blaulichts aus digitalen Geräten im Vergleich zur Sonne deutlich geringer, sodass das Risiko bei normaler Bildschirmnutzung als gering eingeschätzt wird.
  • Die Forschung zu Digital Aging steht noch am Anfang. Es fehlen Langzeitstudien zu den Auswirkungen von künstlichem Blaulicht auf die menschliche Haut, vor allem bei Kindern und Jugendlichen.
  • Zukünftige Studien müssen klären, wie stark die Effekte bei unterschiedlichen Hauttypen und Lebensgewohnheiten sind. Die Entwicklung von Schutzmaßnahmen wird weiter vorangetrieben.
  • Das Bewusstsein für einen ausgewogenen Umgang mit digitalen Medien und den Schutz der Haut bleibt ein zentrales Thema der kommenden Jahre.

4. Cremes mit Blaulichtschutz

Neben klassischen Sonnencremes gibt es Pflegeprodukte, die vor Blaulicht schützen sollen. Sie enthalten spezielle Filter oder Mineralien, die das HEV-Licht absorbieren oder reflektieren. 

5. Regelmäßige Hautreinigung

Durch die Belastung mit Blaulicht ist eine gründliche Hautreinigung am Abend wichtig. Sie entfernt Schmutz, Talg und Rückstände von Pflegeprodukten und bereitet die Haut optimal auf die Regeneration in der Nacht vor.

6. Gesunder Lebensstil

Eine ausgewogene Ernährung mit vielen Antioxidantien (zum Beispiel aus Beeren, Nüssen, Gemüse) unterstützt die Haut von innen. Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin, Zink, Selen und sekundäre Pflanzenstoffe (zum Beispiel aus Beeren, Gemüse oder Nüssen) neutralisieren freie Radikale, die durch Blaulicht entstehen. Omega-3-Fettsäuren aus Fisch oder Leinöl unterstützen die Hautbarriere und wirken entzündungshemmend. Eine ausgewogene Ernährung kann helfen, die Haut widerstandsfähiger gegen digitale Umweltbelastungen zu machen und die sichtbaren Zeichen von Digital Aging zu reduzieren.
Ausreichend Schlaf, wenig Alkohol und Nikotin sowie regelmäßige Bewegung fördern die Hautgesundheit.

7. Bewusstes Raumklima

Trockene Heizungsluft oder Klimaanlagen können die Haut belasten. Luftbefeuchter, regelmäßiges Lüften und das Trinken von ausreichend Wasser helfen, die Haut feucht und widerstandsfähig zu halten.

8. Regelmäßige Hautkontrolle

Wer Veränderungen an seiner Haut feststellt, sollte einen Dermatologen aufsuchen. So können Pigmentflecken, Irritationen oder andere Auffälligkeiten frühzeitig erkannt und behandelt werden.

9. Spezielle Apps

Es gibt Apps, die den Blaulichtanteil auf digitalen Geräten automatisch anpassen oder an Pausen erinnern. Diese Helfer unterstützen einen bewussteren Umgang mit Bildschirmzeit und Hautschutz.


Literatur:
Krutmann, Diepgen, Billmann-Krutmann. Hautalterung: Grundlagen – Prävention – Therapie. Springer Verlag. 2008
Stahl, Heinrich, Wiseman, Eichler, Seis. Dietary tomato paste protects against ultraviolet light-incuced erythema in humans. Journal of Nutrition Band 131, S. 1449–1451. 2001
Studie der Körber-Stiftung: Smart Ageing. Gut alt werden im digitalen Wandel. 2024
Studie 4 Digital Seniors: Digitalisierung im Alltag von Personen ab 65 Jahren in der Schweiz. 2025
Wirkung von blauem Licht HEV auf die Haut. Gesundheitsjournal. 2025

Foto: Abbas Schirmohammadi

Abbas Schirmohammadi
Heilpraktiker für Psychotherapie, Wellnesstrainer, Personal Coach, Mediator. Zählt seit über einem Jahrzehnt zu Deutschlands führenden Experten für Ganzheitliche Gesundheit. Autor von über 220 Gesundheits-Audioprogrammen, -Büchern und -Kartensets sowie Medizinjournalist zahlreicher Fachpublikationen. www.gesundheits-cds.de,
www.abbas-schirmohammadi.de

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