Was macht ein gutes kosmetisches Produkt wirklich erfolgreich? Eine überzeugende Textur, ein innovativer Wirkstoff oder ein gutes Marketing? Für Arielle Springer, Director Product Development & Innovation bei BABOR BEAUTY GROUP, ist die Antwort komplexer: Entscheidend ist das Zusammenspiel von Wissenschaft, Produktentwicklung, Haut und wirtschaftlicher Machbarkeit. Ihr Leitmotiv: „Aus Wissen wird Wirkung“
Der Weg der Lebensmittelchemikerin führte über kosmetische Produktentwicklung und Forschung am Fraunhofer-Institut bis in die Industrie. Heute verbindet Springer bei der BABOR BEAUTY GROUP Forschung, Produktentwicklung, technisches Marketing und Regulatorik. Ihre Erfahrungen bringt sie auch als Dozentin in den berufsbegleitenden Bachelorstudiengang „Kosmetikwissenschaften und -management“ der Technischen Hochschule Deggendorf ein.
In ihrem Modul „Kosmetische Verfahren“ geht es um weit mehr als die Anwendung kosmetischer Produkte. Die Studierenden lernen, Wirkstoffe, Hautprozesse und Behandlungskonzepte zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und fachlich fundiert zu bewerten. „Produktwirkung ist für mich ein dynamisches Gesamtsystem“, erklärt Springer. Ein Wirkstoff muss an der richtigen Stelle in der Haut ankommen und dort unter geeigneten Bedingungen wirken. Gleichzeitig muss die Formulierung über lange Zeit stabil bleiben und die Verpackung sie vor Licht, Sauerstoff und Kontamination schützen. Wissenschaftliches Verständnis wird damit zur Grundlage für die Entwicklung wirksamer, sicherer und haltbarer Produkte.
Dabei geht es auch darum, aktuelle Entwicklungen kritisch einzuordnen. Trends wie Skin Longevity, Medicalisation, Neurokosmetik oder Inklusivität verändern die Branche. Doch während Trends sich über Social Media teilweise innerhalb weniger Wochen wandeln, benötigen Produktentwicklungen oft Monate oder Jahre. „Ich möchte den Studierenden deshalb nicht nur aktuelle Trends vermitteln, sondern vor allem die wissenschaftlichen Mechanismen dahinter“, so Springer. Wer diese versteht, kann Entwicklungen besser einschätzen und zukünftige Trends frühzeitig erkennen.
Genau darin sieht Springer einen entscheidenden Mehrwert des Studiums: Absolventinnen und Absolventen verbinden praktische Erfahrung mit einem wissenschaftlichen Fundament. Daraus entstehen vielfältige Perspektiven nach dem Studium: Von Forschung und Produktentwicklung über Beratung und Regulatory Affairs bis hin zu Qualitätsmanagement, Wissenschaftskommunikation und Führung.
Besonders profitieren können Menschen, die bereits aus der Praxis kommen. „Eine akademische Weiterbildung gibt dir die Werkzeuge, dein Erfahrungswissen bis auf Zell- und Molekülebene zu verstehen und auf ein neues Niveau zu heben“, so Springer. Die Kosmetikbranche braucht zunehmend Fachkräfte, die die Sprache der Praxis genauso verstehen, wie die des Forschungslabors. Hier liegt die Stärke eines berufsbegleitenden Studiums: Berufliche Erfahrung und akademisches Wissen wachsen parallel. Aus Praxis wird wissenschaftlich fundierte Expertise – und aus Wissen wird Wirkung.