Was ist eigentlich Ultraschall?

18.06.2024
Foto: Studio Romantic/Shutterstock.com

Definition: Ultraschall ist eine apparative Anwendung mit vielfältiger Wirkung auf Haut und Bindegewebe​.

Beschreibung: Die Aanwendung setzt physikalische und biochemische Wirkungen in der Haut frei​ und/oder dient der Penetrationsförderung von Wirkstoffen (Phonophorese/„Einschleusen“).
Technologie: Über den Ultraschallkopf (Sonotrode) werden die Ultraschallwellen an die Haut abgegeben. In der Kosmetik werden Frequenzen von 1, 3, 10, und 19 MHz angewendet. 
Wirkung: Die Ultraschallwelle (Druck) induziert in der Haut thermische, mechanische und biochemische Wirkung. Welche Wirkung überwiegt, ist abhängig von den eingestellten Parametern. Dauerschall = überwiegend thermische (durchblutungsfördernde) Wirkung, Impulsschall von 1:5 überwiegend mechanische Wirkung (Mikromassage und Drainage) und Impulsschall von 1:10 überwiegend biochemische Wirkung. Eine Penetrationsförderung („Phonophorese“) wird dadurch erzielt, dass die Hautbarriere während der Behandlung kurzfristig durchlässiger wird.​
Behandlungsablauf: Nach der Hautreinigung wird das Kopplungsmedium (Ultraschallgel) auf die Haut aufgetragen. Ohne Kopplungsmedium ist keine Ultraschallübertragung möglich. Der Ultraschall erzielt auch ohne Wirkstoffe vorab Wirkung in der Haut, sodass die Kosmetikerin Wirkstoffkonzentrate auch im Anschluss einsetzen kann (Herstellerangaben beachten). Das Gerät wird entsprechend der Indikation eingestellt und über die Haut geführt. Die Berücksichtigung des Lymphflusses (Lymphbahnen) hat sich bewährt. Die Anwendung erfolgt idealerweise langsam in kleinen Kreisen, mit an- und abschwellendem Druck.  Im Anschluss wird die Haut, hautzustandsgerecht gepflegt.​ Auch Masken können anschließend zur Anwendung kommen.
Kontraindikationen: relative und absolute (in Zweifelsfall ärztliche Freigabe einholen): Infektionen und/oder Herpes im Behandlungsareal, offene Wunden, Furunkel, Karbunkel, Schwangerschaft, wenige Tage alte Fillerbehandlung, implantierte Neurostimulationsgeräte, Schrittmacher (für Herz oder andere Organe), implantierter Defibrillator oder Insulinpumpe, Epilepsie, Gerinnungsstörungen, Immunschwäche, Unempfindlichkeit gegenüber Hitze (zum Beispiel im Rahmen einer Neuropathie)​
Mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen: keine relevanten​

 

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Foto: Rose Steffen

Die Expertin


Rose Steffen
Die Kosmetikerin und Heilpraktikerin ist ­Geschäftsführerin der Baga Bildungsakademie für Gesundheit & Aesthetik. 
www.baga-bildungsakademie.de

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