Resilienz für Beauty-Profis

18.03.2026
Foto: Master1305/Shutterstock.com

Resilienz, ein Wort, das noch vor einigen Jahren gar nicht so häufig im normalen Sprachgebrauch Verwendung fand. Schon gar nicht im kosmetischen Kontext.
Erst in den letzten Jahren wurden auch im normalen Alltagsleben den meisten Menschen Bedeutung und Wichtigkeit von ­Resilienz so richtig klar.

Was ist Resilienz? Man versteht darunter eine Art Widerstandskraft, seelische Stärke und eben innere – nicht sofort sichtbare – Widerstandskraft. Resilienz zeigt sich beispielsweise durch die Art, wie man mit schwierigen Situationen umgehen kann, wie man sich nach Stress oder Rückschlägen wieder „aufrappelt“.
Auf einen Nenner gebracht: Resiliente Menschen lassen sich nicht so leicht unterkriegen. Wenn beispielsweise eine Unternehmung schief, oder nicht ganz planmäßig verläuft, wirft man nicht gleich das Handtuch, sondern reflektiert mögliche Fehler und sucht neue Wege zum Erfolg. 
Erkennbar ist, dass Resilienzstärkung nicht auf Knopfdruck funktioniert, sondern dass es lern- und trainierbar und ein vor allen Dingen ein Prozess ist.

Wer braucht ­Resilienz?

Provokante Frage: Kommen wir ohne Stress, diverse Probleme und Rückschläge durch unser Leben? Nein, ganz sicher nicht. 
Somit brauchen wir alle ein gewisses (möglichst großes) Maß an Resilienz. Dabei lernen wir Resilienz nicht durch ständiges Ausweichen vor Problemen. Sondern, durch Stellen und konstruktives Angehen wenn sich Schwierigkeiten und Probleme in den Weg stellen.
Die Palette der Menschen, die besondere Resilienz benötigen, ist groß. Ob Schüler und Studierende, Berufstätige, Eltern bzw. Familien, Menschen in Krisensituationen oder ältere Menschen: Ihnen allen tut ein gewisses Maß an Resilienz gut.


Konkrete Beispiele:

• Prüfungs- und Notenstress so-
wie Leistungs­druck sind oft gerade für junge Menschen problematisch.
• Mangelndes Selbstvertrauen bzw. Selbstvertrauen zu entwickeln, ist für Kinder und Jugendliche manchmal schwierig. 
• Auch Sorgen sind für Familien oft ein zu bewältigendes Problem.
• Umgang mit Veränderungen und Verlusten ist insbesondere für ältere Menschen oft schwierig. 
• Berufliche Konflikte, Arbeitsstress, Überforderung oder Kündigung können für Berufstätige jeden Alters eine Krisensituation sein.
• Krankheit, Trennung, Trauer stürzen Menschen häufig in Krisen.

Feststehen in diesem Zusammenhang drei Dinge: 

• Jeder, der mal Fehler macht, scheitert oder enttäuscht wird, braucht Resilienz.
• Resilienz wirkt dabei wie ein „seelisches Immunsystem“. 
• Je stärker dieses „seelische Immunsystem“ ist, desto besser kommt man mit Belastungen klar.

Positive Effekte

Besonders erfreulich dabei ist, dass von Resilienz nicht nur die jeweils betroffene Person profitiert, sondern auch das gesamte Umfeld dieser Person. 
Die betroffene Person wird weniger Angst und Stress entwickeln, mehr Selbstvertrauen finden, Probleme besser lösen können und sich nach Rückschlägen schneller erholen. Künftig werden dadurch auch generell weniger Konflikte entstehen und Beziehungen stabiler werden. Profitieren werden auch Leistungsfähigkeit und Teamarbeit. Burnout und psychische Erkrankungen  können  in vielen Fällen durch stärkere Resilienz vermieden werden. Deshalb ist der gesamtgesellschaftliche Nutzen von starker Resilienz nicht zu unterschätzen. 
Menschen können besser und konstruktiver mit Krisen umgehen, der Zusammenhalt in der Gesellschaft wird gestärkt. So kann Resilienz nicht nur Menschen und Gruppen, sondern auch ganze Systeme stärker machen.
Um Hexenwerk handelt es sich dabei zum Glück auch nicht. Resilienz ist nichts Mystisches, sondern etwas, was man gezielt trainieren kann.

Konkrete Maßnahmen und Methoden zur Resilienzstärkung

  • Trainieren von Gedanken für mentale Stärke: Es gilt, positives, realistisches Denken zu üben, zum Bespiel mit Fragen wie: „Was kann ich aus dieser Situation lernen“, durch Stoppen katastrophaler Gedankengänge oder durch Führen eines „Erfolgstagebuches“ (täglich Dinge aufschreiben, die gut liefen.
  • Zulassen von Emotionen, Benennen von Gefühlen, Atemübungen und notwendige Pausen.
  • Aktive Problemlösung. Das bedeutet vom „Grübeln ins Handeln kommen“. Das funktioniert, wenn Probleme in kleine Schritte zerlegt werden und dabeiimmer überlegt wird, welches der nächste kleine Schritt sein sollte. Nicht versuchen alles allein zu tragen, sondern Hilfe annehmen bzw. sich aktiv holen.
  • Soziale Beziehungen. Ein besonders wichtiger Punkt.  Familiäre, freundschaftliche und   soziale Beziehungen auch in schwierigen Situationen pflegen, Austausch nutzen und sich nicht zurückzuziehen. Sich einzugestehen, dass man auch mal Schwäche zeigen darf.
  • Den eigenen Körper als Basis für psychische Stärke stärken.  Ganz simple Dinge geraten oft gerade in schwierigen Situationen ins Hintertreffen. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig (gesund) zu essen und zu trinken. Für genügend Schlaf und Bewegung zu sorgen.
  • Achtsamkeit und Entspannung, es gilt, das Nervensystem zu beruhigen. Gut sind in diesem Zusammenhang zum Beispiel kurze Meditationen, bewusstes langsames Atmen und Handy-Pausen.
  • Sinn und Ziele definieren, sich der Frage nach dem „Wofür“ stellen und realistische Ziele setzen. Dinge tun, die sich sinnvoll anfühlen und – in Krisensituationen oft besonders schwierig – eigene Werte (er)kennen.
  • Üben von Akzeptanz. Denn nicht alles ist kontrollierbar, und es gilt zu erkennen, welche Dinge man ändern kann und welche nicht.

Der Zusammenhang zwischen Beauty-Profis und Resilienz?

Er liegt nun sicher auf der Hand. Denn Beauty-Profis, Menschen in Heil-und Hilfsberufen und, wie eingangs gesagt, eigentlich alle Menschen benötigen ein gewisses Maß an Resilienz, um ihr Leben zu meistern. 
Insbesondere im beruflichen Umgang mit anderen Menschen, im Umgang mit Menschen, die neben der Lösung von Hautproblemen meist auch Entspannung und Erholung im Rahmen einer Kosmetikbehandlung suchen, ist seitens der Kosmetikerin sehr viel Resilienz notwendig.  Denn Berührungen wie im Rahmen einer Kosmetikbehandlung erfordern neben beruflicher Fachkenntnis auch ein gewisses Maß an Sensibilität und Ausgeglichenheit seitens der Kosmetikerin. 
Fehlt diese Ausgeglichenheit, so wird jede Behandlung von der Kosmetikerin unnötig viel mentale Kraft erfordern und sensible  Kunden würden dies zudem auch sicher spüren und die Behandlung ggf. als unzulänglich empfinden. 
Die gute Nachricht zum Schluss: Resilienzstärkung ist lernbar. Sie wächst nicht durch perfekte Lebensumstände, sondern durch Übung.

Foto: Waltraud Böhme

Waltraud Böhme
Die Autorin ist Mitinhaberin und Geschäftsführerin der Elite Fernakademie für Kosmetik und Wellness GmbH. www.elite-fernakademie.de

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