7 medizinische Treatments für die Wechseljahre

24.08.2026
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In den Wechseljahren verändern sich Haut und Wohlbefinden merklich – und das muss nicht stoisch hingenommen werden. Dieser Fachbeitrag beleuchtet evidenzbasierte Wege der Hautverjüngung und Hormoneinstellungen, die sowohl Körper als auch Geist beeinflussen können. 

Wechseljahre

Wir stellen moderne nichtinvasive Optionen, operative Optionen und deren Wirksamkeit vor, inklusive Risiken und realistischen Ergebnissen. Dr. Dr. med. dent Susanne Herrmann-Frühwald gibt klare Orientierung, wie individuelle Behandlungen sinnvoll kombiniert werden können.

Hitzewallungen, Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen sind nur einige Symptome in den Wechseljahren. Die Veränderungen, die bei Frauen in der Menopause geschehen, sind durch die Evolution erklärbar, müssen aber glücklicherweise nicht ohne Weiteres so akzeptiert werden.

Da der weibliche Organismus mit zunehmendem Alter (zwischen 40 und 50) nicht mehr in der Lage ist, die Reproduktion /Arterhaltung zu sichern, das heißt, die Strapazen einer Schwangerschaft und Geburt zu ertragen, wird er aufs Abstellgleis rangiert und altert.

Dem kann bei entsprechender Indikation durch Hormonsubstitution entgegengewirkt werden. Die Hormone sind dabei ein regelrechter Jungbrunnen und sind sowohl für Geist als auch Körper ein langfristiger Segen!

Entgegen weitläufiger Meinungen führt eine Hormonsubstitution nicht zu vermehrten Herz-Kreislauferkrankungen, erhöhtem Brustkrebsrisiko etc. Diese falschen Annahmen rühren noch daher, dass die groß angelegten Studien „Women‘s Health Initiative ( WHI ) -Study“ und „The Million Women Study“ – in den 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre falsch interpretiert wurden und zu einer anschließenden Verteufelung der Hormonsubstitution in der Öffentlichkeit geführt haben. Im Gegenteil stellen die Hormone bei richtiger Indikationsstellung einen Schutz vor Herz-Kreislauferkrankungen und einen nachgewiesenen Schutz vor Alzheimer dar, neben dem, dass man sich wieder wie vorher fühlt, körperlich und geistig fit, leistungsfähig, ausgeglichen und ausgeschlafen.

Mittlerweile existiert hervorragende Literatur, die umfassende Informationen bietet. Und auch um sich vor vielen Alterskrankheiten zu schützen, lohnt es sich, sich genau damit auseinanderzusetzen.

Was passiert mit der Haut?

Durch den sinkenden Östrogenspiegel wird weniger Kollagen erneuert, die Haut wird entsprechend schlaffer und bekommt kleine Fältchen. Das Gewebe im Gesicht, am Hals und auch am restlichen Körper verliert Spannkraft und sinkt ab. Welche Möglichkeiten der Abhilfe gibt es?

Wir unterscheiden einmal nichtoperative Faltenbehandlungen in Form von Unterspritzungen oder apparative Methoden zur Kollagenstimulation und letztendlich die operative Methode einer Gesichtsstraffung (Facelift):

1.Medizinisches Microneedling

Das medizinische Microneedling gehört zu den etablierten Verfahren der minimalinvasiven Hauttherapie. Mit einem speziellen Needling-Pen oder einem Dermaroller werden feinste Mikrokanäle in die Haut eingebracht. Zur Intensivierung des Effekts können Wirkstoffe wie Retinol, Hyaluronsäure oder Vitamin C während der Behandlung eingeschleust werden. Beim Radiofrequenz-Microneedling wird der Effekt durch Radiofrequenzstrom verstärkt.

  • Wirkmechanismus: Durch die Mikroverletzungen werden Wundheilungsprozesse aktiviert, Wachstumsfaktoren ausgeschüttet und so die Bildung von Kollagen und Elastin angeregt.
  • Effekte: Verbesserung der Hautelastizität, Reduktion feiner Falten, Straffung der Hautstruktur sowie eine gleichmäßigere Hautoberfläche
  • Häufigkeit der Anwendung: je nach Alterungszustand zwei- bis dreimal im Abstand von sechs bis acht Wochen; dann regelmäßig einmal pro Jahr (auf Wunsch auch häufiger möglich)

2.Skinbooster-Behandlung

Skinbooster sind speziell entwickelte Hyaluronsäure-Präparate mit geringerer Viskosität als klassische Filler und fehlender Vernetzung. Sie werden nicht zur Volumenauffüllung eingesetzt, sondern flächig und in geringen Mengen in die Dermis injiziert.

  • Wirkmechanismus: Die Hyaluronsäure bindet Wasser und verbessert die Hydratation der Haut in tieferen Schichten. Gleichzeitig wird die Hautregeneration angeregt.
  • Effekte: Lang anhaltende Verbesserung der Hautfeuchtigkeit, Zunahme der Elastizität, Glättung feiner Knitterfalten und ein sichtbar frischeres, strahlenderes Hautbild
  • Häufigkeit der Anwendung: zwei- bis dreimal im Abstand von sechs bis acht Wochen; dann ein- bis zweimal pro Jahr

3.Unterspritzung mit Polymilchsäure

Poly-L-Milchsäure ist ein biokompatibler und biologisch abbaubarer Stoff, der als starker Kollagenstimulator wirkt.

  • Wirkmechanismus: Nach der Injektion wird die Polymilchsäure langsam abgebaut, während sie gleichzeitig die Fibroblasten stimuliert, neues Kollagen Typ I zu bilden.
  • Effekte: Allmählicher und lang anhaltender Straffungseffekt durch strukturellen Gewebeaufbau, Verbesserung der Hautdicke und Reduktion der Faltenbildung. Die Resultate entwickeln sich über mehrere Wochen bis Monate und halten häufig bis zu zwei Jahre an.
  • Häufigkeit der Anwendung: zwei- bis dreimal im Abstand von zwei bis drei Monaten, dann alle zwei Jahre Auffrischung empfohlen

4.Unterspritzung mit Polynucleotiden

Es handelt sich um eine Biostimulation auf zellulärer Ebene.

  • Wirkmechanismus: Hydratation, Fibroblastenstimulation, entzündungshemmende Wirkung, Zellregeneration
  • Effekte: Verbesserung der Hautqualität, Falten- und Linienreduktion, Anti-Aging
  • Häufigkeit der Anwendung: drei bis viermal im Abstand von zwei bis vier Wochen, dann alle sechs Monate Auffrischung empfohlen

5.HIFU (High Intensity Focused Ultrasound, fokussierter Ultraschall)

Es handelt sich um ein nichtinvasisves apparatives Verfahren.

  • Wirkmechanismus: Erzeugung von Wärme in tiefen Hautschichten durch Schallwellen
  • Effekte: Es werden Kollagenfasern denaturiert und neue kollagene und elastische Fasern gebildet, was zur Hautstraffung führt.
  • Häufigkeit der Anwendung: einmal pro Jahr; die Wirkung baut sich langsam auf, voller Effekt nach sechs Monaten.

6.Radiofrequenztherapie

Es handelt sich ebenfalls um ein nichtinvasives apparatives Verfahren.

  • Wirkmechanismus: Erzeugung von Wärme in tiefen Hautschichten durch hochfrequenten Wechselstrom
  • Effekte: Es kommt zu einer sofortigen Kontraktion von Kollagenfasern und auch zu einer zeitverzögerten Neubildung kollagener und elastischer Fasern, was ebenfalls zur Hautstraffung führt.
  • Häufigkeit der Anwendung: einmal pro Jahr; die Wirkung baut sich langsam auf, voller Effekt nach sechs Monaten.

7.Facelift

Wenn das Gewebe im Gesicht und am Hals stark abgesunken ist, ist ein Facelift die effektivste Methode, um das Gesicht wieder so frisch und dynamisch wirken zu lassen, wie sich die Patientin oder der Patient fühlt. Im Fokus steht das Gewebe im Bereich von Hals, Mittelgesicht und hier insbesondere der Wangen.

Durch individuell angepasste und kombinierte Techniken lassen sich die abgesunkenen Partien ganz nach Bedarf wieder anheben, störende Haut- und Fettüberschüsse entfernen und vorspringende Bänder am Hals werden gestrafft. Ein isoliertes Hals- oder Mittelgesichtslifting ist ebenso möglich wie ein kombinierter Eingriff. Die zentralen Hautschnitte werden vor und hinter dem Ohr sowie im Schläfenbereich angelegt.

Die späteren Narben sind nahezu unsichtbar. Ein absolut natürliches Ergebnis ist uns bei diesem Eingriff äußerst wichtig, weshalb wir sehr auf die Erhaltung der charakteristischen Gesichtszüge achten.

In einem Beratungsgespräch besprechen wir detailliert die Patientenwünsche und -vorstellungen und klären über mögliche Risiken auf.

Das Facelifting wird meist unter Vollnarkose durchgeführt. Bei dem von uns verwendeten SMAS-Lift werden zusätzlich zur oberen Hautschicht auch die darunterliegenden Weichteilstrukturen, Bindegewebe, Muskeln und Bandapparate gestrafft. Der dadurch entstandene Überschuss an Haut wird entfernt und die Haut mit feinsten Nähten ohne Spannung wieder vernäht.

  • Allgemeine Risiken: Schwellungen, Blutergüsse, Wundheilungsstörungen oder Infektionen
  • Spezielle Risiken: vorübergehende Gefühlsstörungen, kleine Asymmetrien, sichtbare Narben oder ein ungleichmäßiges Ergebnis, Rezidiv des Platysma Bandings
  • Sehr selten: Verletzung von Nervenästen, die die mimische Muskulatur versorgen, oder Nachblutungen, die eine Nachbehandlung erforderlich machen

Nach dem Facelifting sollten Patientinnen und Patienten ein bis zwei Nächte in der Klinik verbringen und sich circa zwei Wochen aus dem öffentlichen Leben ausklinken. Die Fäden werden nach einer und zwei Wochen gezogen.

Literatur

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  • DGPRAEC (Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen). (2023). Jahrestagung 2023: Sitzungen zu Injektionsverfahren, Hyaluron-Filler und Halsverjüngung. Tagungsband, Berlin: DGPRAEC-Verlag.
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