Unsere Haut ist wie ein komplexes Ökosystem: Auf der Oberfläche tummeln sich Milliarden von Bakterien, Pilzen und Mikroorganismen, die zusammen das Hautmikrobiom bilden. Und das ist lebenswichtig für die Hautgesundheit. Ist das Mikrobiom der Haut im Gleichgewicht, ist die Hautbarriere gegen äußere Einflüsse gestärkt. Gerät es aber aus der Balance – beispielsweise durch eine zu aggressive Reinigung, Stress oder UV-Strahlung –, kann das für Irritationen, Trockenheit und Unreinheiten sorgen. Immer mehr Beautylabels bieten daher eine spezielle Mikrobiom-Pflege oder Mikrobiom-Kosmetik an. Doch wie sinnvoll ist Hautpflege fürs Mikrobiom und müssen wir sie tatsächlich in die Pflegeroutine einbauen?
Warum Mikrobiom-Pflege im Trend ist
In den letzten Jahren gibt es einen regelrechten Boom der Mikrobiom-Pflege. Marken betiteln ihre Produkte als mikrobiomfreundlich, präbiotisch oder probiotisch. Sie machen sich die Mikrobiom-Wirkung auf die Haut zunutze und sollen das Gleichgewicht der Hautflora unterstützen – wie es probiotische Lebensmittel für den Darm tun. Dadurch soll die Haut stärker und gesünder werden. Der Trend folgt dabei dem Bewusstsein für eine natürliche Hautpflege und dem Weniger-ist-mehr-Prinzip.
Faktencheck: Was die Wissenschaft über Mikrobiom-Kosmetik sagt
Es gibt Studien, die belegen, dass das Hautmikrobiom tatsächlich eng mit der Hautgesundheit zusammenhängt. Präbiotische Wirkstoffe sollen helfen, gute Bakterien zu fördern und die Haut im Gleichgewicht zu halten. Milde, pH-neutrale Formulierungen in Mikrobiom-Pflege unterstützen das Mikrobiom der Haut. Die Forschung ist allerdings noch am Anfang und nur ein Bruchteil der Mikrobiom-Hautpflegeprodukte der Beautylabels sind ausgiebig getestet. Häufig handelt es sich eher um Annahmen statt gesicherter Daten. Und probiotische Bakterien in bestimmter Hautpflege fürs Mikrobiom sind oft nicht lebendig genug, um die Hautflora wirklich zu beeinflussen.
Pflege für ein gesundes Hautmikrobiom
Die perfekte Hautpflege für eine intakte Hautflora muss nicht unbedingt spezielle Mikrobiom-Pflege wie Präbiotika-Kosmetik oder Probiotika-Hautpflege sein. Es geht auch mit den folgenden Steps und Skincare-Helfern:
- Milde Reinigung: Verwende für ein ausbalanciertes Hautmikrobiom ein sanftes, seifenfreies Produkt und vermeide aggressive Peelings.
- Schutz der Hautbarriere: Möchtest du deine Hautflora stärken, können Feuchtigkeitscremes mit Squalan, Glycerin oder Ceramiden sinnvoll sein. Dabei muss es sich nicht um spezielle Mikrobiom-Kosmetik handeln.
- Verzicht auf Alkohol und Duftstoffe: Diese können das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht bringen und Irritationen begünstigen.
- Gesunde Lebensweise: Eine ausgewogene Ernährung, guter und ausreichender Schlaf und Stressmanagement können helfen, das Mikrobiom der Haut in Balance zu bringen.
Fazit: Für wen sich Mikrobiom-Pflege wirklich lohnt
Mikrobiom-Pflege kann die Hautflora unterstützen, ist aber kein Wundermittel. Hast du eine empfindliche oder gereizte Haut, kannst du von Hautpflege fürs Mikrobiom profitieren. Bei einer robusten Haut reicht es häufig, wenn du auf eine milde Routine setzt. Achte vor allem darauf, dass die Skincare deine Hautbarriere stärkt und die Haut nicht reizt.
Was bringt Mikrobiom-Kosmetik für die Haut?
Mikrobiom-Kosmetik kann helfen, das Gleichgewicht der Hautflora zu bewahren, die Hautbarriere zu stärken und Trockenheit und Irritationen vorzubeugen. Sie kann die Haut langfristig widerstandsfähiger und gesünder machen.
Ist Mikrobiom-Pflege wirklich sinnvoll?
Mikrobiom-Pflege kann vor allem für eine sensible oder gestresste Haut sinnvoll sein. Du solltest jedoch darauf achten, dass du auf eine Pflege setzt, die mild und hautfreundlich ist und nicht nur ein „Mikrobiom“-Label besitzt.
Wie funktioniert Mikrobiom-Pflege?
Mikrobiom-Pflege fördert die guten Bakterien und reduziert schädliche Einflüsse. Präbiotische und postbiotische Inhaltsstoffe sorgen dabei für ein Umfeld, in dem die natürliche Hautflora gut gedeihen kann und in Balance bleibt.
BEAUTY FORUM - Redaktion