Biostimulatoren haben sich in den vergangenen Jahren als fester Bestandteil der ästhetischen Injektionsbehandlung etabliert und gewinnen durch neue Produktentwicklungen und differenziertere Anwendungskonzepte sowie der steigenden Nachfrage auf Patientenseite zunehmend an Bedeutung.
Obwohl sie formal der Gruppe der Filler zugeordnet werden, unterscheiden sie sich in ihrer Zielsetzung grundlegend von klassischen Hyaluronsäurefillern. Im Vordergrund steht nicht die unmittelbare Volumengabe, sondern die gezielte Stimulation körpereigener Regenerationsprozesse, um dadurch eine nachhaltige Verbesserung der Hautstrukturen sowie deren Elastizität zu erhalten und den Alterungsprozess der Haut zu verlangsamen.
Durch das Einbringen verschiedener Substanzen – unter anderem Calciumhydroxylapatit, Poly-L-Milchsäure, Polynukleotide, PRP oder gering vernetzte Hyaluronsäurepräparate – werden Fibroblasten aktiviert und die Neubildung von Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure angeregt. Klinisch zeigt sich dies in einer schrittweisen Verbesserung der Hautqualität mit erhöhter Elastizität, besserer Hydratation, Verfeinerung des Hautbildes sowie einer Reduktion feiner Linien, Knitterfältchen, Augenringen oder kleineren Narben. Der Behandlungserfolg setzt verzögert ein und ist in der Regel nach zwei bis drei Monaten vollständig sichtbar.
Biostimulatoren werden meist flächig und oberflächlich in der Dermis appliziert, häufig in mehreren Sitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen. Die Haltbarkeit liegt je nach Präparat bei etwa 12 bis 18 Monaten. Aufgrund der differenzierten Wirkmechanismen, der präparatespezifischen Injektionstechniken und potenzieller Risiken sind eine fundierte ärztliche Qualifikation sowie eine umfassende Aufklärung essenziell.
Die zunehmende Relevanz dieses Themenfeldes spiegelt sich auch im wissenschaftlichen Diskurs wider. Auf dem DGBT Congress am 8. und 9. Mai in Berlin wird der Einsatz von Biostimulatoren daher inhaltlichen Schwerpunkt bilden.
Dr. med. Juliane Bodo
Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Berlin und Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Botulinum- und Filler-Therapie e.V. (DGBT), www.dgbt.de