Am häufigsten tritt Akne im Jugendalter auf: Etwa 85 Prozent der 12–24-Jährigen sind betroffen, am stärksten zwischen 15 und 19 Jahren, wenn hormonelle Veränderungen und erhöhte Androgene die Talgproduktion anregen. Jungen sind häufiger und schwerer betroffen, Mädchen entwickeln Akne oft früher. Doch Akne ist keine reine Teenagerkrankheit. Studien zeigen, dass bis zu 45 Prozent der Frauen zwischen 21 und 30 Jahren und etwa 12 Prozent zwischen 41 und 50 Jahren betroffen sind. Bei Erwachsenen unterscheidet man zwischen persistierender Akne, die in der Jugend beginnt, und Spätakne, die erst nach dem 25. Lebensjahr auftritt. Frauen sind deutlich häufiger betroffen. Ursachen sind hormonelle Schwankungen im Zyklus, in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren. In der Menopause kommt es zu einem relativen Anstieg der Androgene, der die Talgdrüsen stimuliert und „menopausale Akne“ begünstigt. Auch Stress, Schlafmangel, Ernährung, Medikamente oder genetische Faktoren können Schübe auslösen. Neben der medizinischen Komponente spielt die psychosoziale Belastung eine große Rolle: Frauen mit Akne zeigen häufiger ein geringeres Selbstwertgefühl und depressive Symptome, da Akne im Erwachsenenalter oft als „unpassend“ gilt. Fazit: Der Mythos ist falsch. Akne ist zwar am häufigsten in der Pubertät, aber Erwachsene können ebenfalls betroffen sein. Bei ihnen sind hormonelle, psychologische und lebensstilbedingte Faktoren entscheidend. Eine gezielte, altersangepasste Behandlung ist wichtig, um Hautbild und Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Literatur:
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Kathrin Ludwig
Die Kosmetikwissenschaftlerin (M.Sc.) hat Erfahrung in der klinischen Forschung und arbeitet in der Produktentwicklung mit dem Schwerpunkt Claim Support & Science Communication.