Rundum schön

30.01.2024
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Wer schön sein will, der sollte sich holistisch mit Gesundheit ­auseinandersetzen. Denn ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und ausreichend Entspannung sind nicht nur gesund, sondern ­machen auch schön. Health & Life Coachin und Buchautorin Adaeze Wolf beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem ganzheitlichen Ansatz und stellt Ihnen die wichtigsten Bausteine vor. 

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Geht es uns gut, dann strahlen wir das auch aus – im Innen sowie im Außen. Daher lohnt sich im Bereich Beauty eine holistische (ganzheitliche) Sichtweise. Im Optimalfall umfasst sie das Wohlbefinden von Körper, Geist und Seele. Sind diese Ebenen in Einklang, macht das nicht nur fit und gesund, sondern eben auch schön. Zum einen, weil Entspannung, Ausgeglichenheit und Glücksgefühle die eigene Ausstrahlung zum Leuchten bringen. Ein weiterer Grund liegt auf physiologischer Ebene begründet: Eine Dysbalance im Körper kann stille Entzündungen begünstigen, die unseren Organismus nicht zur Ruhe kommen lassen und beispielsweise Alterungsprozesse (auch die der Haut) beschleunigen sowie zahlreiche Krankheiten begünstigen. 


Die Darmgesundheit: Fokus des holistischen Ansatzes 


Seit einigen Jahren stehen der Darm beziehungsweise die Darmgesundheit im wissenschaftlichen Diskurs. Bei der holistischen Betrachtung von Gesundheit und Schönheit dürfen sie daher nicht fehlen. Ernährung, Bewegung und Entspannung sind die drei wichtigsten Bausteine, welche die Gesundheit des Darms fördern. Denn: Er ist weit mehr als nur Verdauungsorgan. 
Je nach Lebensmittelauswahl verändert sich die Mikrobiota (also die Gesamtheit aller Mikroorganismen) im Darm. Während Ballaststoffe sowie Probiotika den guten Darmbakterien als Nahrung dienen, sind Zucker und Alkohol gefundenes Futter für schlechte Darmbewohner. 
Die eigene Ernährung hat demnach einen großen Einfluss, ob schädliche Bakterien, Viren und Parasiten sich im Darm vermehren können oder beseitigt werden. Neben der Wahl darmfreundlicher Lebensmittel haben auch Essenspausen positive Effekte auf die Darmgesundheit. So kann kurzzeitiger Nahrungsverzicht gegen Verstopfungen und Blähungen helfen. Außerdem startet der Körper etwa zwölf Stunden nach der letzten Mahlzeit eine Art Entgiftungsprozess, der auch Autophagie genannt wird. Dabei recyceln sich kaputte Zellen selbst. Wer längere Essenspausen einhält, profitiert davon. Beim sogenannten intermittierenden Fasten wie der 16:8-Methode, bei der täglich nur in einem Zeitfenster von acht Stunden Kalorien aufgenommen werden, kommt dieser Effekt zum Tragen. Fast wie eine automatische, vollkommen kostenlose Beauty-Rundumerneuerung der Zellen. 
Zusätzlich kann Bewegung diese Prozesse fördern. Und: Wer sich körperlich betätigt, aktiviert auch seine Darmmuskulatur und unterstützt bei der Verdauungsarbeit. Vorausgesetzt, das Timing stimmt! Während ein entspannter Spaziergang förderlich auf oben Beschriebenes wirkt, strapazieren anstrengende und schweißtreibende Sportarbeiten den Magen und Darm. 
Als Faustregel gilt daher, erst zwei Stunden nach dem Essen Sport zu treiben. Alles andere bedeutet Stress für die Verdauung. 
Stress ist auch das Stichwort für die dritte Säule der Darmgesundheit. Blähungen, Durchfall und Verstopfungen können Symptome von zu viel Stress beziehungsweise fehlender Entspannung sein. Grund dafür ist das sogenannte Bauchhirn, welches im Austausch mit dem Gehirn steht und die Darmtätigkeit reguliert. Wer sich ausgewogen ernährt und auf Bewegung sowie Entspannung setzt, schmeichelt dem Darm also. 

Beauty-Foods für ein strahlendes Aussehen


Bestimmte – hauptsächlich pflanzliche – Lebensmittel können aufgrund ihres hohen Antioxidantienanteils dazu beitragen, Alterungsprozesse zu verlangsamen, indem sie die Zellen vor oxidativem Stress schützen. Dazu zählen: 

  •  Avocados
  • Beeren
  • Cranberry
  • Granatapfel
  • Grünkohl
  • Spinat
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • Samen
  • Kakao
  • Walnüsse
  • Kurkuma
  • Ingwer 
  • Zimt 
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Darm beziehungsweise die Darmgesundheit sind Teil der holistischen Betrachtung von Gesundheit und Schönheit. 

Dysbalance führt zu stillen Entzündungen 


Eine ungünstige Ernährung, fehlende körperliche Tätigkeit sowie viel Stress können dieses beschriebene System ins Wanken bringen und sich in Entzündungen äußern. 
Zwei Arten sind denkbar: akute und stille. Akute Entzündungen sind eine natürliche Immunantwort. Somit weiß der Körper, wo er beispielsweise auf krankheitserregende Keime mit seiner Abwehrreaktion reagieren muss. Auch ein Sonnenbrand ist eine akute Entzündung: Die Haut rötet sich, wird heiß und schützt sich so vor dem Eindringen von Viren, Bakterien und Schmutzpartikeln. Gleichzeitig werden Antikörper an die betroffene Stelle gesendet. 
Stille Entzündungen (sogenannte silent inflammation) sind hingegen eine Überreaktion des Immunsystems, bei der durch ständige Beanspruchung vermehrt freie Radikale mit Entzündungsbotenstoffen gebildet werden – mit negativen Auswirkungen auf den gesamten Körper: Das körpereigene Entgiftungssystem wird gestört. Die Zellteilung und -erneuerung geraten außer Balance. Genauso wie der Abtransport von Zellmüll. 
Das Tückische: Anders als akute Entzündungen verlaufen sie lange Zeit symptomlos – also ohne Fieber, Rötungen oder Schmerzen. Dennoch können sie zahlreiche Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Hautkrankheiten wie Rosacea und Schuppenflechte begünstigen. Grund dafür ist vermehrter oxidativer Stress in den Zellen. 
Die Folge: Die Abwehrkräfte des Organismus sind geschwächt, die Zellen altern schneller und der Körper ist anfälliger für Erkrankungen. 
Genau hier kommen Antioxidantien ins Spiel. Sie binden freie Radikale und vermindern oxidativen Stress – und damit auch stille Entzündungen. Das sorgt gleichzeitig für ein ebenmäßiges und frisches Äußeres. Beauty inside out ist also kein moderner Begriff, sondern geht tatsächlich Hand in Hand ineinander über. 
Antioxidantien sind in vielen naturbelassenen Lebensmitteln enthalten, die daher auch als Beauty-Foods bezeichnet werden können (siehe Kasten oben). 


Wichtiger Schönheitsschlaf


Wir können uns aber nicht nur schön essen, sondern auch schlafen. Schlaf ist eine oftmals vernachlässigte Komponente, wenn es um das ganzheitliche Verständnis von holistischer Gesundheit und Schönheit geht. Während dieser wertvollen Ruhe-
zeit tut sich auf körperlicher Ebene nämlich einiges.  So werden zellschützende und -erneuernde Hormone ausgeschüttet sowie Bau- und Reparaturprozesse angestoßen – vorausgesetzt, der Schlaf ist ausreichend lang und tief. 
Hier nur ein Beispiel: Der schlafende Körper schüttet nicht nur das sogenannte Schlafhormon Melatonin aus, sondern auch das Wachstumshormon Somatropin. Diese Kombination fördert die Regeneration und Zellerneuerung. Selbst kleine Fältchen kann der Hormonmix über Nacht glätten. Wer regelmäßig zwischen sieben und neun Stunden schläft, profitiert aber nicht nur äußerlich davon. 
Auch das körperliche und mentale Wohlbefinden wird stark durch fehlenden Schlaf beeinflusst: Denn Stresshormone nehmen zu, das Immunsystem wird geschwächt und stille Entzündungen nehmen zu. Wie es mit dem Schönheitsschlaf klappt, erfahren Sie im Kasten auf der nächsten Seite.


Fazit: Ganzheitlich gesund und schön 


Wahre Schönheit kommt durchaus von innen: Zum einen durch eine frische, abwechslungsreiche sowie ausgewogene Ernährung, die reich an Antioxidantien ist. Aber auch ein allgemein ausgewogener und gesunder Lebensstil mit Bewegung gutem Schlaf sowie ausreichenden Entspannungsphasen tragen dazu bei, den Alterungsprozess zu verlangsamen, stille Entzündungen zu reduzieren und somit den inneren und äußeren Glow zu unterstreichen. 
Beauty-Expertinnen können all diese Aspekte in ihre Arbeit einfließen lassen und somit holistische Schönheit als aktuelles Trendthema im Kontakt mit Kundinnen aufgreifen. 
Im persönlichen Gespräch rücken sie dabei nicht nur die individuellen Bedürfnisse ihres Gegenübers in
den Mittelpunkt, sondern begegnen ihren Kundinnen mit ganzheitlichem Wissen sowie erweiterter Wertschätzung.
Und das Beste: Bei der holistischen Betrachtung von Schönheit gehört der Gesundheitsfaktor automatisch dazu. Und dieses spiegelt sich letztlich in einem schönen Äußeren und zufriedenen Kundinnen wider. 

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Schlaf ist eine oft vernachlässigte Komponente, wenn es um das ganzheitliche Verständnis von holistischer Gesundheit und  Schönheit geht.

7 Tipps für besseren Schlaf 

 

  1. Einen individuellen Einschlaf- und Aufwachrhythmus finden. Die optimale Schlafdauer liegt bei circa acht Stunden, kann aber individuell unterschiedlich sein. 
  2. Blaues Licht (sogenanntes blue spectrum light) wirkt sich negativ auf die Schlafqualität aus. Daher abends am besten auf Laptop, Handy- oder Fernsehlicht verzichten. 
  3. Koffein kann das Einschlafen stören. Je nach Person sollte demnach ab dem Nachmittag auf Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke verzichtet werden. 
  4. Eine ruhige und dunkle Schlafumgebung fördert tiefen Schlaf. Die perfekte Raumtemperatur sollte bei circa 18 Grad liegen. 
  5. Das Bett sollte ausschließlich Ort des Schlafens und Entspannens sein. Somit weiß der Körper, dass er sich dort fallen lassen kann. Zum Lernen, Essen und Co. am besten andere Zimmer nutzen. 
  6. (Geführte) Meditations- und Achtsamkeitsübungen können helfen, das Gedankenkarussell anzuhalten und kraftraubende Gedanken loszulassen.
  7. Bewegung an der frischen Luft fördert guten Schlaf gleich doppelt: Einerseits hilft sie, das Gefühl für Tag- und Nachtphasen wahrzunehmen. Andererseits kommen Körper und Geist hierdurch zur Ruhe. 
Foto: Adeaze Wolf

Adaeze Wolf
Die Autorin ist Holistic Health & Life Coachin, Buchautorin, Speakerin und Unternehmerin. Außerdem ist sie Gründerin des Naturally Good Holistic Health & Beauty Summit. 
www.naturallygood.de

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