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03.11.2026
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Persönliche und berufliche Beziehungen aufzubauen, zu pflegen und langfristig voneinander zu profitieren – Networking bedeutet mehr, als möglichst viele Personen zu kennen. 

Business & Community

Wer sich sein Netzwerk zielorientiert aufbaut, schafft sich ein wertvolles berufliches Umfeld. Denn häufig sind es nicht nur die eigenen Fähigkeiten, die Sie weiterbringen, sondern auch die richtigen Kontakte, mit denen Sie sich austauschen und die Ihnen auf Ihrem Weg weiterhelfen.

Nie waren Beziehungen so wichtig für Sie wie heute. Mit der richtigen Strategie kann Netzwerken gelingen und das Knüpfen von Kontakten im Business erfolgreich sein.

Als Kosmetikerin oder als Kosmetiker erhalten Sie Tipps, Impulse und Erfahrungen von Berufskolleginnen und -kollegen auf kurzem Weg. Das bringt Ihnen Ideen für Ihre Angebote, Ihre Werbung, Ihre Behandlungen und Ihre Kontakte zur Kundschaft.

Netzwerken in der ersten Liga

Kontakte können Sie zwar persönlich schaffen, online funktioniert Networking aber effektiver. Nur wenn Sie sich aktiv einbringen, werden Sie sichtbar und profitieren davon. Es hängt vom Persönlichkeitstyp der Kosmetikerin oder des Kosmetikers ab und ob die Chemie zwischen Ihnen und der Kontaktperson auf Anhieb stimmt.

Ihre Wertschätzung der Netzwerk-Kosmetikerin oder dem -Kosmetiker gegenüber und Ihr Interesse an ihr oder ihm sind für das Kontaktknüpfen wichtige Fundamente. Ihr eigenes Vorteilsdenken darf nicht im Vordergrund stehen. Wer nur nehmen will und nichts gibt, keine Infos für die Partnerin oder den Partner im Netz hat, schafft keine nachhaltigen Beziehungen. Die Zielsetzung bei Beziehungen ist das „Tauschgeschäft“: Man gibt und nimmt Informationen und Tipps.

Ins Gespräch kommen

Es ist einfacher, wenn eine andere Person aus dem Berufskollegium die Initiative ergreift und sich einfach mal mit einer Kollegin oder einem Kollegen austauschen will. Diskussionsstoff bieten zum Beispiel Fachberichte in der Presse. Auch neue Vorschriften oder die allgemeine Situation in der Branche sind gute Anlässe, um eine andere Meinung zu erfahren.

Beginnen Sie im Netz mit der Suche nach Firmen, die Ihnen auffallen, weil sie ein Alleinstellungsmerkmal besitzen. Jetzt heißt es, Gesprächsbereitschaft zu zeigen, sich selbst ein wenig zu öffnen und nicht gleich Bedenken zu haben, dass Sie ausgenutzt werden. Vorteile von Beziehungen sind die Informationen. Durch Austausch von Erfahrungen entstehen im besten Fall sogar Freundschaften „Made by Business“.

Vorteile von Kontakten

Als Netzwerk-Profi speichern Sie Kontakte ab und legen eine Datei an mit Namen, Firma, Kontaktdaten, bester Erreichbarkeit, gemeinsamen Themen. Wer persönliche Beziehungen zum Beispiel zum Berufsverband hat sowie Kontakte pflegt und sich einbringt, kommt schneller an eine wichtige Information heran und erhält schneller einen Termin bei einer bestimmten Person.

Sind Sie Mitglied in einem Verband? Wozu zahlen Sie Beiträge, wenn Sie den Verband nicht für sich nutzen? Sie dürfen Antworten auf Ihre Fragen erwarten.

Im Gegenzug liefern Sie dem Verband auch Informationen und Erfahrungen aus dem eigenen Betrieb. Netzwerken erhöht Ihren Bekanntheitsgrad, und Sie werden auf Umwegen auch neue Kundschaft gewinnen. Setzen Sie bei Kontakten die „Ich“-Marke in den Fokus. Betreiben Sie Self-Branding ohne Arroganz und Besserwisserei.

Kontakte richtig pflegen

Das persönliche Treffen, auch wenn es zeitintensiv ist, ist der ideale Türöffner für das Kennenlernen. Als kontaktfreudige Person haben Sie das Talent, sich gut darzustellen und auch bei unbekannten Personen auf Anhieb positiv aufzufallen sowie Interesse an Beziehungen zu wecken.

Kontakte müssen gepflegt werden. Das lockere Gespräch hat für dauerhafte Beziehungen die Aufgabe, sich näher kennenzulernen und eine persönliche Bindung zu schaffen. Das geht auch am Telefon.

Der Small-Talk, das oberflächliche Geplänkel, wie es einige abwertend bezeichnen, ist wichtig für nachhaltige Sympathiegewinnung. Ihr Lob und Ihre Anerkennung an den Netzwerkpartner oder die -partnerin kommen in einer Zeit voller Kritik immer gut an: Lob über seine oder ihre Homepage, über das Image, über die Meinung zu Problemen oder seine oder ihre Fachkompetenz. Ohne Lob verhungern Kontakte.

Der passende Gesprächsstoff

Natürlich gibt es Tabuthemen, zum Beispiel unterschiedliche Ansichten, mit denen man viel kaputtmachen kann. Freude an der Kommunikation und Empathie, um sich in die Lage anderer zu versetzen, sind nicht nur hilfreich, sondern sogar erforderlich. Und dabei muss Netzwerken nicht immer nur mit Business und Karriere zu tun haben.

Ein bisschen Privates wird bei längeren Kontakten erwartet und festigt Beziehungen. Schwierig, aber sinnvoll kann sogar der aktive Kontakt zum Wettbewerb sein – es muss nicht der regionale sein. Aus Wettbewerbern kann auch ein Kooperationspartner werden. Eine Zusammenarbeit in bestimmten Bereichen bringt beiden etwas.

Die Erkenntnis ist: Die Welt ist ein Dorf, und man trifft sich immer wieder, wenn es sein soll. Und dabei gilt: „Gemeinsamkeiten zu suchen, aber die Individualität nicht aufzugeben.“

Vitamin B im Blickpunkt

Präsenz im Social Web hat sich dabei besonders bewährt. Kontakte können telefonisch oder über soziale Medien entstehen. Mit am bekanntesten ist XING, das Business-Netzwerk für neue Kontakte. Hinzu kommen Facebook und Google. Wichtig ist die passende Community, die für Sie relevant ist. Es kann auch eine branchenbezogene Plattform sein. Durch das Internet ist die Kommunikation vielfältiger geworden. Über direkte Kontakte zwischen Gleichgesinnten ist ein Austausch in Gruppen möglich. Man kann auch persönlich mit anderen in Kontakt treten (face to face).

Netzwerken erhöht den Bekanntheitsgrad, und zwar ohne kostspielige Werbung.

Ein eigener Blog kostet Zeit, bringt aber eine bessere Positionierung Ihrer Person und Ihres Angebots. Erstes Ziel für den Start eines Kontakts: Kennenlernen der Berufskollegin oder des -kollegen, der Verbandsmitglieder oder Hersteller, ebenso wie die Presse. Gute Anlässe für Kontakte sind: Erfahrungsaustausch, die aktuelle Situation der Branche, Seminare und Tagungen, Pressenotizen von Firmen und Verbänden.

Im idealen Fall und gut gelungen Noch ausbaufähig, damit es gelingt
1. Aktiv Kontakte knüpfen, Gespräche suchen Warten, bis jemand anruft, und sich dann in den Vordergrund stellen
2. Beziehung aufbauen, sich für die Menschen interessieren, bevor es ums Business geht Gleich zur Sache kommen, mit „der Tür ins Haus fallen“, nur an eigene Vorteile denken
3. Den Betrieb und sich selbst interessant darstellen Den Wettbewerb und sein Angebot kritisieren
4. Online- und Offline-Kontakte gleichermaßen pflegen Sich nur auf eine Möglichkeit konzentrieren
5. Wer empfohlen werden will, muss auch Empfehlungen geben. Nur um Empfehlungen bitten und nicht selbst weiterempfehlen
6. Zugesagte Bemühungen für andere auch umsetzen Versprechen und Zusagen nicht einhalten
7. Gezieltes Netzwerken, Zeitbudget in der Agenda vorgesehen Nebenbei Netzwerken, wie es die Zeit gerade erlaubt
8. Rechtzeitig starten und Geduld haben. Erfolg braucht Zeit. Kontakte erst knüpfen, wenn man sie braucht, wenn es „fünf vor zwölf“ ist
9. Weniger kann mehr sein. Die eigene Performance kurz halten und schnell auf den Punkt kommen Langatmige Darstellung des Profils und weitschweifige Ausführungen im Offline-Bereich

Erstkontakte – kleine Schritte, große Wirkung

Bei der ersten Kontaktaufnahme beschreiben Sie sich selbst, am besten in Form einer Kurz-Vita. Mit Ihrer erstklassigen Homepage machen Sie sich interessant und betreiben damit Public Relations. Zeigen Sie als Kosmetikerin oder Kosmetiker Ihren Expertenstatus: Wo sind meine Stärken? Wie sehe ich selbst die Zukunft der Kosmetik? Ihr Alleinstellungsmerkmal sind Sie selbst. Netzwerken geht immer und überall – in der Bahn, im Wartezimmer, im Supermarkt, auf einem Volksfest. Man muss sich nur Zeit nehmen und die hohen Erwartungen herunterschrauben. Und die geeignete Partnerin oder den geeigneten Partner finden.

Werden Sie sichtbar

Ohne Empfehlungen läuft heute nichts mehr. Je größer das eigene Netzwerk ist, desto größer ist die Chance auf nützliche Verbindungen. Netzwerke geben Sicherheit und Bodenhaftung. Sie können sich auf gute Partner oder Partnerinnen verlassen. Für viele Fragen finden Sie einen Experten oder eine Expertin im Netz.

Auch beim Thema Einkauf lässt sich Netzwerken anwenden. Grundsatz für alle: „Eine Hand wäscht die andere.“ Geben und Nehmen erfolgt wechselseitig. Wer eher in sich gekehrt ist und sich nicht so sehr für andere interessiert, muss über seinen Schatten springen. Eine kritische Einstellung ist kontraproduktiv, wie beispielsweise: „Das bringt nichts …“, „Das habe ich schon probiert …“, „Das kostet nur Zeit …“, „Ich lasse mir doch nicht in die Karten schauen“.

Start frei für professionelles Netzwerken

  1. Bedanken Sie sich für Empfehlungen.
  2. Vernetzen Sie sich wertungsfrei, nicht gleich skeptisch werden bei Erstkontakten.
  3. Kontakte müssen gepflegt werden wie eine Freundschaft.
  4. Reden Sie weniger und hören Sie lieber zu.
  5. Setzen Sie Anker durch kleine Besonderheiten, um in Erinnerung zu bleiben.
  6. Schaffen Sie eine Arbeitgebermarke (Employer Branding).
  7. Lassen Sie Netzwerk-Partner oder -Partnerinnen ein wenig hinter die Kulissen schauen.
  8. Finden Sie Gemeinsamkeiten – das verbindet.
  9. Bauen Sie sich ein Netzwerk auf, bevor Sie es benötigen.
  10. Lernen Sie durch Kontakte andere Sichtweisen kennen.
  11. Zeigen Sie Mut! Fischen Sie auch mal in anderen Teichen.
  12. Besser Klasse statt Masse. Lieber zwei intensive Kontakte als zwanzig oberflächliche.

Fazit

Eine Interessengemeinschaft stärkt jede einzelne Person. Mehr voneinander wissen zu wollen, miteinander zu reden, aufeinander zuzugehen, anstatt dass jeder oder jede für sich allein kämpft. Besonders bei Gegenwind hilft der Schulterschluss mit der Community. Es gibt viele Anlässe für Kontakte: gemeinsame Probleme, Sorgen, Wünsche oder der Umgang mit schwieriger Kundschaft. Netzwerken funktioniert mit Lieferanten, Kundschaft, Berufskollegen und -kolleginnen, mit der Presse und mit Behörden.

Literatur:
Petra Polk „Erfolg mit Networking“, Verlag Haufe

Rolf Leicher

Der Autor

Rolf Leicher

Der Diplom-Betriebswirt aus Heidelberg ist Fachautor für Betriebs- und Personalführung sowie für Marketing.

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