Der Beauty-Mythos „Viel hilft viel“ prägt unsere Hautpflegekultur stärker, als uns bewusst ist. Immer mehr Produkte, immer neue Wirkstoffe, immer komplexere Routinen, aber doch selten bessere Haut. Hautpflege funktioniert nicht nach dem Prinzip „je mehr, desto besser“, sondern nach Balance, Kontinuität und Verständnis für die eigenen Bedürfnisse.
Besonders deutlich wird das am Thema gestörte Hautbarriere, mit der immer mehr Menschen zu kämpfen haben. Die natürliche Schutzschicht unserer Haut wird durch zu viele Wirkstoffe dünner, durchlässiger und reagiert mit Rötungen, Spannungsgefühlen oder Unreinheiten. Oft wird genau dann noch mehr Pflege aufgetragen. Ein Kreislauf aus Reizungen und Produktüberladung entsteht.
Gerade im Jahr 2025 haben viele meiner Kundinnen und Kunden unter perioraler Dermatitis gelitten. Die Haut ist durch übermäßiges Pflegen und ständige Produktwechsel aus dem Gleichgewicht geraten. Typisch sind rote, schuppige Stellen rund um Mund und Nase, die sich durch weitere Kosmetik oft verschlimmern. Statt blind Trends zu folgen, lohnt es sich, auf die Signale der eigenen Haut zu achten. Wirkstoffe sollten immer gezielt und an den Hauttyp angepasst eingesetzt werden. Viele Menschen wissen gar nicht, dass bestimmte Wirkstoffe nicht miteinander harmonieren.
Mein Tipp: Eine milde Reinigung, ein gezieltes Serum oder Wirkstoff und eine gute Pflegecreme, abgestimmt auf den jeweiligen Hauttypen. Natürlich darf der Lichtschutzfaktor nicht fehlen.
Kira Häb
Die Kosmetikerin leitet ihr Kosmetikinstitut Kira Haeb Cosmetics und verfolgt ein ganzheitliches Konzept mit Fokus auf Hautgesundheit und Anti-Aging. Sie ist Gewinnerin des GLORIA Award 2025 in der Kategorie "Social Media". Seit Kurzem ist sie BEAUTY FORUM - Botschafterin.