Die chinesische Meditations- und Bewegungsform Qigong tut auch den Füßen gut.
Skin & Bodycare Classics · Fußpflege
Qigong kann die Beweglichkeit der Zehen und Füße wiederherstellen und die Mobilität der Gelenke fördern. Diese Übungen entspannen nicht nur die Füße, sondern wirken sich auch auf Körper und Geist positiv aus.
Wie bewusst und achtsam stehen Sie im Leben und wie sorgsam gehen Sie mit Ihren Füßen um? Diese Frage können Sie Ihrer Kundschaft stellen und damit eine Überleitung zum Qigong schaffen. Viele Menschen haben Fuß- und Beinprobleme und suchen sich erst Hilfe, zum Beispiel beim Podologen oder bei der Podologin, wenn nichts mehr geht. Mit gezielten Übungen kann sich die Kundschaft auch zu Hause Erleichterung verschaffen.
Früher Ursprung
Bereits im sechsten Jahrhundert vor Christus wurden die ersten Qigong-Übungen niedergeschrieben. Qigong ist eine besondere Energiearbeit, die Zugang zu feinstofflichen Energien (Yin- und Yang-Kräfte) bietet und bei regelmäßiger Anwendung ein physisches sowie mentales Wohlgefühl herstellen kann. Viele Leitbahnen beginnen an den Füßen. Sie stehen besonders im Fokus, weil Schwächen an den Füßen Beschwerden und Krankheiten begünstigen können.
Wirkungsweisen
Durch die Stimulation wichtiger Energiepunkte (Akupunkturpunkte) und Energieleitbahnen (Meridiane) ist es möglich, bei Beschwerden gezielt auf die entsprechenden Organe und Körperbereiche einzuwirken und schnell Linderung zu verschaffen. Der Fluss der stärkenden Lebensenergie (Qi) wird verstärkt. Die Füße und Gelenke werden wieder beweglicher. Insgesamt soll Fuß-Qigong bei allen Bewegungsabläufen für mehr Achtsamkeit sorgen.
Die Meridiane
Viele wichtige Energieleitbahnen beginnen und enden an den Füßen. Diese werden durch Fuß-Qigong stimuliert und gestärkt. Das wiederum begünstigt den Qi-Fluss der jeweiligen Leitbahn und somit des gesamten Körpers. Die Zeh- und Fußmeridiane mit den Energiezonen sind:
- Milzmeridian (großer Zeh, Yin-Energie): steht für die Mitte des Menschen und sorgt auf psychischer Ebene für Zentriertheit
- Lebermeridian (großer Zeh, Yin-Energie)
- Magenmeridian (zweiter Zeh, Yang-Energie)
- Blasenmeridian (kleiner Zeh, Yang-Energie)
- Nierenmeridian (Fußsohle, Yin-Energie)
Die Übungen stimulieren wichtige Akupunkturpunkte, was sich heilsam auf die Körperbereiche auswirkt, mit denen sie verbunden sind.
Yin und Yang
Die beiden komplementären Kräfte gehören zusammen wie Sonne und Mond, Feuer und Wasser. Yang ist die Himmelsenergie und Yin die Erdenergie, die über zwei Punkte auf der Fußsohle aufgenommen wird.
Übungen
Alle Übungen sollten in einer ruhigen Atmosphäre durchgeführt werden. Eine Einheit besteht aus einer Vorübung, einer Entspannungsübung, den ausgewählten Hauptübungen (Massageübungen) sowie einer Nachübung. Beispiele für Entspannungsübungen:
- Füße kreisen
- Fußgelenke lockern
- Zehen aufsetzen und Fußgelenke kreisen lassen
- Zehen ziehen und kneten
Hauptübungen
Hier unterscheidet man zwischen bewegten Übungen (Bewegungsabfolgen der Zehen und Füße ohne Stimulierung) und stillen Übungen (mentale Übungen, ohne Zehen und Füße zu bewegen). Beispiele für bewegte Übungen:
- im schulterbreiten Stand: Zehen heben und senken, der Fuß bleibt auf dem Boden
- im Sitzen: Fersen klopfen, Fersen aneinanderschlagen, Fußrücken zeigt zum Körper
- Schreiben mit den Zehen: Stift zwischen großem und zweitem Zeh halten und Bewegungen wie beim Schreiben ausüben
Massageübungen
Die Massagetechniken können beliebig angewandt und drei- bis viermal am Tag wiederholt werden. Die Massagedauer kann von wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde andauern (bei Kindern etwa zehn Minuten). Nach jeder Massageübung sollten ca. fünf Minuten Pause gemacht werden. Bei dieser Technik werden die Akupunkturpunkte gewählt, die mit der jeweiligen Problematik in Verbindung stehen. Es ist ein Wechselspiel aus drücken, kreisen, punktieren und klopfen.
Nachübung
Sie leitet das aktivierte Qi aus der Peripherie in ein Energiezentrum im Bauch zurück. Dieses befindet sich etwa zwei Daumenbreiten unter dem Bauchnabel. Die Übung ist wichtig, um das Energiezentrum mit dem gelösten, aufgenommenen und aktivierten Qi anzureichern. Bei plötzlichem Beenden kann der Qi-Fluss zu abrupt enden.
Die Sitzhaltung
Während der Übungen ist es wichtig, die richtige Haltung einzunehmen. Die Sitzhaltung sieht wie folgt aus:
- Beine schulterbreit im rechten Winkel aufstellen
- aufrechtes Sitzen ohne Anlehnen auf dem vorderen Drittel des Stuhls
- aufrechte Kopfhaltung
- Sitzen auf dem Dammpunkt (Zentrum zwischen Genitalbereich und After)
- Es darf kein Gewicht auf dem Steißbein liegen (Zirkulation der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit kann beeinträchtigt werden).
- Augen schließen
- langsame und gleichmäßige Atmung
Kontraindikationen
Während der Schwangerschaft und auch bei Krebserkrankungen empfiehlt sich, die Massageübungen nur leicht und in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin durchzuführen. Übungen mit dem Akupunkturpunkt Niere sollten während der Menstruation und während der Schwangerschaft vermieden werden. Auch für Kinder sind diese Übungen ungeeignet. Bei Risikoschwangerschaften, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, infektiösen Hauterkrankungen oder Fußverletzungen ist Qigong ebenfalls kontraindiziert.