Intrinsisch und extrinsisch

29.07.2026
Intrinsisch-und-extrinsisch

Dass die Haut durch äußere Einflüsse schneller altert, ist schon lange bekannt. Aber was genau trägt zur schnelleren Hautalterung bei und was passiert dabei in der Haut?

Pflege

Die intrinsische Hautalterung umfasst den natürlichen Hautalterungsprozess, der genetisch determiniert ist. Neben der genetischen Veranlagung beeinflussen beispielsweise auch der Hormonstatus und bestimmte Erkrankungen, wie sich die Haut im Laufe der Jahre verändert.

Mit zunehmendem Alter werden zunächst feine Linien und Fältchen sichtbar, später kommt es zu einer allgemeinen Erschlaffung der Haut. Auf struktureller Ebene zeigt sich die intrinsische Hautalterung vor allem in der Dermis: Das Bindegewebe, bestehend aus Kollagen- und Elastinfasern, wird abgebaut und weniger neue Fasern werden nachgebildet.

Bereits ab etwa dem 25. Lebensjahr nimmt die Kollagenneubildung kontinuierlich ab, wodurch sich die Regenerationsfähigkeit der Haut nach und nach verringert.

Bei Frauen spielt auch der Hormonhaushalt eine entscheidende Rolle. Mit dem Eintritt der Menopause sinkt die Produktion weiblicher Sexualhormone wie Östrogen und Progesteron deutlich. In der Haut befinden sich zahlreiche Hormonrezeptoren, an die sich diese Hormone binden und wichtige Prozesse steuern, zum Beispiel die Kollagen- und Elastinsynthese, die Bildung von Hautlipiden sowie die Feuchtigkeitsbalance.

Geht der Östrogenspiegel zurück, hat das spürbare Auswirkungen: In den ersten fünf Jahren nach der Menopause kann der Kollagengehalt der Haut um bis zu etwa 30 Prozent abnehmen. Die Haut wirkt dünner, trockener, weniger elastisch und Falten treten stärker hervor.

Mit dem Alter verändern sich zudem verschiedene funktionelle Eigenschaften der Haut:

  • Verschiebung des pH-Wertes
  • Veränderung des Mikrobioms
  • Störung der Barrierefunktion
  • Geringere Enzymaktivität und dadurch weniger Lipide und Feuchtigkeitsfaktoren
  • Verlangsamte Proliferation der Keratinozyten
  • Ausbildung einer atopischen und atrophischen Haut im Alter
  • Bildung von Pigmentflecken

Diese Prozesse können auf unterschiedliche Weise positiv oder negativ beeinflusst werden.

Wie entsteht oxidativer Stress?

Freie Radikale sind hochreaktive Moleküle oder Atome mit einem ungepaarten Elektron. Dadurch sind sie sehr reaktionsfreudig und neigen dazu, anderen Molekülen in den Zellen Elektronen zu entreißen.

Werden dabei vermehrt Zellbestandteile wie Fette, Proteine oder DNA geschädigt, spricht man von oxidativem Stress.

Antioxidantien können freie Radikale abfangen, indem sie ihnen ein Elektron zur Verfügung stellen und sie dadurch neutralisieren.

Extrinsische Hautalterung

Die extrinsische Hautalterung ist der Alterungsprozess der Haut, der durch äußere Einflüsse bestimmt wird. Diese äußeren Faktoren, die die Haut schädigen und den Alterungsprozess beschleunigen, werden auch als Noxen bezeichnet.

Zu den wichtigsten Noxen zählen unter anderem UV-Strahlung, Luftverschmutzung, Rauchen, bestimmte Chemikalien und ein ungesunder Lebensstil. Die bedeutendste Rolle spielt jedoch die UV-Strahlung. Sie kann die Haut auf direkte und indirekte Weise schädigen.

Die UV-A-Strahlung dringt tief in die Dermis ein und führt dort zu einem direkten Abbau und einer Schädigung der Kollagenfasern. Dadurch verliert die Haut an Festigkeit und Elastizität.

Indirekt wirkt sich UV-Strahlung negativ aus, indem sie zur Bildung freier Radikale führt. Diese hochreaktiven Moleküle verursachen oxidativen Stress, der Zellstrukturen schädigen kann.

Zudem werden durch UV-Exposition bestimmte Enzyme aktiviert, die sogenannten Matrix-Metalloproteinasen (MMPs). Diese Enzyme bauen Kollagen ab beziehungsweise fragmentieren bestehende Kollagenfasern und tragen so wesentlich zur strukturellen Schädigung der Dermis bei.

Langfristige UV-Exposition kann dazu führen, dass die Haut wesentlich schneller altert, als genetisch vorgesehen wäre.

Der durch UV-Strahlung verursachte Anteil der Hautalterung wird als Photoaging oder Lichtalterung bezeichnet. Typische Merkmale des Photoagings sind:

  • Tiefere und ausgeprägte Falten
  • Solare Elastose
  • Unregelmäßige Pigmentierungen
  • Erweiterte Gefäße und ein insgesamt unruhiges, gealtertes Hautbild

Untersuchungen zeigen, dass sogar bei konsequent sonnengeschützter Haut von Menschen hohen Alters die Kollagenproduktion im Vergleich zur Haut junger Erwachsener deutlich reduziert ist. In Studien wurde von einer Verringerung der Kollagenproduktion um etwa 75 Prozent berichtet. Dies macht deutlich, wie stark sich über Jahre angesammelte Schäden auf die Hautstruktur auswirken.

Neben der UV-Strahlung verstärken auch weitere äußere Faktoren die extrinsische Hautalterung:

  • Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Luftverschmutzung und Feinstaub
  • Chronischer Stress und Schlafmangel
  • Unausgewogene Ernährung, zum Beispiel hyperglykämische Lebensmittel

Die gute Nachricht: Im Gegensatz zur intrinsischen Hautalterung lässt sich die extrinsische Hautalterung wesentlich besser beeinflussen. Konsequenter Sonnenschutz, eine Hautpflege mit antioxidativen Inhaltsstoffen und ein insgesamt gesunder Lebensstil können die licht- und umweltbedingte Hautalterung deutlich verlangsamen sowie sichtbare Schäden reduzieren.

Treatment für die Kabine

Schritt Empfehlung Hinweis/Nutzen
Reinigung Reinigung mit milden Fruchtsäuren oder Milchsäure-Peeling Durch den Einsatz von Fruchtsäuren wird die Haut bereits während der Reinigung aktiviert und von abgestorbenen Hornschüppchen befreit.
Toner Toner mit Fruchtsäuren Stabilisiert den pH-Wert und fördert die Penetration der nachfolgenden Pflegewirkstoffe.
Serum und Maske Serum und Maske mit Vitaminen und Antioxidantien Die Wirkstoffauswahl stärkt die Haut, wirkt antioxidativ und unterstützt die Regeneration.
Relax-Massage Sanfte, entspannende Akupressur-Massagegriffe Fördert die Entspannung und Regeneration.
UV-Schutz/Tagescreme mit LSF Pflege mit einem sehr hohen Lichtschutz Schutz vor zukünftiger UV-Belastung und Hautschäden.

Die Wechselwirkungen positiv beeinflussen

In der Praxis ist es jedoch kaum möglich, alle extrinsischen Faktoren konsequent zu umgehen. So haben die meisten Menschen sich bereits intensiv der Sonne ausgesetzt, hatten phasenweise Stress oder litten an Schlafmangel.

Hier kommt es darauf an, präventive Maßnahmen zu ergreifen, die dazu beitragen können, den Alterungsprozess der Haut zu entschleunigen. Eine zentrale Rolle spielen dabei eine konsequente, angepasste Hautpflege und ein gesundheitsbewusster Lebensstil.

Ein interessanter Aspekt und aktueller Forschungsgegenstand in diesem Zusammenhang ist die Epigenetik. Während unsere Gene den Rahmen vorgeben, entscheidet die Epigenetik, wie aktiv bestimmte Gene im Laufe des Lebens abgelesen werden.

Äußere Einflüsse wie Ernährung, Stress und Bewegung können epigenetische Einflüsse positiv beeinflussen – also darüber bestimmen, ob bestimmte Prozesse hoch- oder herunterreguliert werden, wie beispielsweise Reparatur- oder Entzündungsprozesse sowie auch die Kollagensynthese.

Hautalterung wird also nicht nur negativ beeinflusst – im Gegenteil: Durch einen bewussten Lebensstil sowie auch unterstützende Hautpflege können die Hautbeschaffenheit und Hautgesundheit nachhaltig erhalten bleiben.

Um die Haut zu unterstützen, eignen sich Lebensmittel oder Pflegeprodukte, die reich an Antioxidantien sind:

  • Viele Obstsorten beinhalten Antioxidantien, welche die Zellen vor oxidativem Stress schützen.
  • Dazu zählen beispielsweise Heidelbeeren, Granatäpfel oder Rote Bete.
  • Auch in Kaffee oder dunkler Schokolade sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole zu finden, die eine antioxidative Wirkung haben.

Dies lässt sich auch auf Hautpflege übertragen. In kosmetischen Formulierungen sind Pflegewirkstoffe integriert, welche die Haut vor äußeren Einflüssen und vorzeitiger Hautalterung schützen sollen:

  • Zu bekannten Antioxidantien zählen insbesondere die Vitamine C und E.
  • Auch Pflegewirkstoffe wie Resveratrol, Coenzym Q10 oder bestimmte Pflanzenextrakte aus Frauenmantel oder Rhabarber können ergänzend eingesetzt werden.
  • Bei sichtbaren Alterungserscheinungen lassen sich potente Pflegewirkstoffe wie Vitamin A oder Fruchtsäuren in die Pflegeroutine integrieren, um die Hautstruktur zu unterstützen.

Auch Kosmetikerinnen können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Hautalterung positiv zu beeinflussen:

  • In der Kabine lassen sich individuelle Behandlungen anbieten, bei denen wirksame Inhaltsstoffe wie Antioxidantien sowie feuchtigkeitsbindende, aktivierende und regenerierende Pflegewirkstoffe eingesetzt werden.
  • Professionelle Behandlungen bieten gleichzeitig einen geschützten Raum für Entspannung und Stressreduktion. Durch ruhige Massagegriffe und eine wohltuende Atmosphäre wird nicht nur die Haut, sondern auch das Nervensystem entlastet.
  • So verbinden kosmetische Behandlungen wirksame Hautpflege mit Regeneration für Körper und Geist.

Fazit

Vollständig aufhalten lässt sich die intrinsische Hautalterung zwar nicht, aber durch gezielte Maßnahmen kann ihr Verlauf günstig beeinflusst und das Hautbild länger frisch und vital erhalten werden.

Quellen

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  • Gesellschaft für Dermopharmazie e. V. Dermokosmetika gegen Hautalterung. Leitlinie der Gesellschaft für Dermopharmazie. 2017.
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  • Zhang S, Duan E. Fighting against Skin Aging: The Way from Bench to Bedside. Cell Transplant. 2018;27(5):729–738.
Anna Holling-Tersteeg
Die Autorin

Anna Holling-Tersteeg

Die Kosmetikwissenschaftlerin und staatlich geprüfte Kosmetikerin ist Leiterin PR, Kommunikation und KosWis-Strategie bei Medicos Kosmetik/Aesthetico. www.aesthetico.de

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