Schon gewusst? Teil 27: Kollagen

02.09.2026
Aufmaher Kollagen

Sie sind mit Ihrem Institut auf einen speziellen Fachbereich spezialisiert? Sehr gut. Trotzdem schadet es nicht, sich als absoluter Beauty-Profi auch in anderen Bereichen auszukennen.

Skin & Bodycare Classics · Pflege

Schon gewusst?

In der Serie „Schon gewusst?“ erklären die jeweiligen Fachexpertinnen von Basis- bis Spezialwissen, was Sie über diesen Beauty-Bereich wissen sollten.

Kollagen muss von der Haut selbst gebildet werden. Dafür braucht sie die richtigen Voraussetzungen und gezielte Reize. Hautexpertin: Natalija Nikanova-Kunz

Was ist Kollagen?

Kollagen gilt als das Gerüst unserer Haut. Es sorgt dafür, dass die Haut fest, stabil und widerstandsfähig bleibt. Solange ausreichend Kollagen vorhanden ist, wirkt die Haut straffer und elastischer. Mit zunehmendem Alter verändert sich dieser Prozess jedoch. Die Haut produziert weniger Kollagen und baut gleichzeitig mehr davon ab. Erste Anzeichen werden oft bereits ab dem 25. Lebensjahr sichtbar. Die Haut verliert nach und nach an Spannkraft, wirkt dünner und Falten können entstehen.

Neben dem natürlichen Alterungsprozess spielen auch äußere Faktoren eine wichtige Rolle. UV-Strahlung, Rauchen, Stress und Entzündungsprozesse fördern den Kollagenabbau und beschleunigen die Hautalterung zusätzlich. Deshalb ist Kollagen nicht nur ein Thema des Alters, sondern auch unseres Lebensstils.

Wie kann Kollagen aufgebaut werden?

Eine Frage, die mir in der Praxis häufig gestellt wird: Kann verlorenes Kollagen wieder aufgebaut werden? Die Antwort lautet: Ja, aber nicht durch das bloße Auftragen von Kollagen. Kollagen muss von der Haut selbst gebildet werden. Dafür braucht sie die richtigen Voraussetzungen und gezielte Reize.

Eine wichtige Rolle spielen ein konsequenter UV-Schutz, eine ausgewogene Ernährung und eine Hautpflege, die die natürlichen Hautfunktionen unterstützt. Auch professionelle Behandlungen wie Microneedling oder ausgewählte Peeling-Konzepte können dazu beitragen, die Aktivität der Fibroblasten anzuregen. Diese Zellen sind für die Bildung von Kollagen verantwortlich.

Wichtig ist, realistische Erwartungen zu haben. Kollagenaufbau ist kein kurzfristiger Prozess, sondern das Ergebnis einer langfristigen und konsequenten Unterstützung der Haut.

Wie wirkt Kollagen und was kann die Kosmetik tun?

Rund um Kollagen gibt es viele Versprechen. Oft entsteht der Eindruck, dass Kollagen in Cremes verlorene Spannkraft direkt zurückbringen kann. So einfach ist es jedoch nicht. Kollagenmoleküle sind zu groß, um tief in die Haut einzudringen und dort verlorene Kollagenfasern zu ersetzen.

Das bedeutet nicht, dass solche Produkte nutzlos sind. Sie können die Haut mit Feuchtigkeit versorgen und das Hautgefühl verbessern. Der eigentliche Schlüssel liegt jedoch woanders. Moderne Kosmetik setzt heute vor allem auf Wirkstoffe und Behandlungen, die die Haut dabei unterstützen, ihre eigenen Regenerationsprozesse aufrechtzuerhalten. Ziel ist es, die Hautfunktion zu stärken, den Kollagenabbau zu verlangsamen und die natürlichen Aufbauprozesse bestmöglich zu unterstützen.

Kosmetik kann Kollagen nicht ersetzen - aber sie kann die Haut dabei unterstützen, ihr eigenes Kollagen möglichst lange zu erhalten und neu zu bilden.

Natalija Nikanova-Kunz
Die Autorin

Natalija Nikanova-Kunz

Die Autorin ist staatlich anerkannte Kosmetikerin und arbeitet selbstständig in Karlsruhe-Stupferich.
www.skinhouse-karlsruhe.de

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