Hautalterung verstehen

08.07.2026
Aufmacher Hautalterung verstehen

Hautalterung ist ein zentrales Thema in der Kosmetik. Um ihr effektiv vorzubeugen oder eine Hautalterung bestmöglich zu verlangsamen, ist ein grundlegendes Verständnis der Vorgänge und Ursachen der Hautalterung essenziell. Eine fundierte Analyse kann Ihnen für Ihre Kundin oder Ihren Kunden klare Erklärungsgrundlagen bieten. Mit den passenden Behandlungen und Wirkstoffen steht der Skin Longevity nichts mehr im Weg.

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Die allgemeinen Zeichen der Hautalterung wie etwa Falten, nachlassende Elastizität und Erschlaffung empfinden viele Kundinnen und Kunden als störend. Aber auch Teleangiektasien und eine unregelmäßige /verstärkte Pigmentierung werden häufig als Probleme von den Betroffenen benannt. Die Hautalterung genauer zu analysieren, ist also eine Maßnahme, die im Vorfeld stattfinden muss. So können wir unserer Kundschaft die Zusammenhänge besser erklären.

Ursachen und Faktoren der Hautalterung lassen sich in intrinsische und extrinsische unterteilen. Die intrinsischen Faktoren kommen von innen heraus, es sind sogenannte endogene Faktoren, wohingegen die extrinsischen Faktoren von außen her bedingt, also exogen sind.

Intrinsische Hautalterung

Diese Form der Hautalterung zeigt einen eher homogenen (gleichmäßigen) Verlauf und kann nur wenig beeinflusst werden. Genetische Disposition spielt hier eine Rolle, ebenso wie der Hormonhaushalt. Das Klimakterium/Menopause ist unter anderem gekennzeichnet durch eine Abnahme der weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron. Wobei das Östrogen die Kollagensynthese induziert, die Hyaluronsäuresynthese stimuliert und außerdem als Radikalfänger fungiert. Progesteron wiederum hemmt die Kollagenasen (kollagenabbauenden Enzyme).

Das hat zur Folge, dass die Kollagensynthese herabgesetzt ist, jedoch gleichzeitig die Kollagenasen aktiver sind. Verstärkt wird dieser Effekt auch noch durch weitere Faktoren, die weiter unten im Rahmen der extrinsischen Hautalterung erläutert werden. Aber auch Männer haben hormonelle Veränderungen im Alter, hier spricht man vom sogenannten Klimakterium virile oder der Andropause. Die Somatopause stellt einen weiteren Faktor dar, hier wird das Hormon Somatotropin nicht mehr ausreichend synthetisiert, dadurch vermindert sich der stärkende Einfluss auf das Bindegewebe und die Muskulatur.

Replikationsfehler während der Zellteilung treten besonders im Alter auf. Es kommt gehäuft zu einem Verlust der Telomerasesequenzen während der Zellteilung. Dieses Phänomen wird auch als Hayflick-Grenze bezeichnet. Die Telomerasesequenzen stellen am Ende eines jeden Chromosoms einen natürlichen Puffer dar, dieser verkürzt sich jedoch mit Anzahl der Zellteilungen zusehends, was ein Absterben der Zellen mit beschädigten Chromosomen zur Folge hat. Die Folge ist, dass es weniger neue aktive Zellen gibt.

Typische Kennzeichen ...

... der intrinsischen Hautalterung sind:

  • feine Falten
  • Erschlaffung
  • Lipidmangel
  • Athropie
  • dünne, empfindliche Haut

... der extrinsischen Hautalterung sind:

  • Pigmentstörungen
  • starker Elastizitätsverlust
  • sehr tiefe, grobe Falten
  • Hyperkeratose
  • Teleangiektasien

Extrinsische Hautalterung

Diese Form der Hautalterung ist exogen, also durch äußere Faktoren bedingt und lässt sich daher auch beeinflussen. Zu den maßgeblichen Faktoren zählen UV-Strahlung, aber auch Rauchen, Stress und Schlafmangel. Die Ernährung und das Trinkverhalten haben hier ebenso Einfluss wie die täglichen Pflegegewohnheiten der Kundin oder des Kunden. Dies ist ein toller Ansatz für die Kosmetikerin, entsprechend zu beraten. Es zeigt sich hier ein eher heterogener (ungleichmäßiger) Verlauf, insbesondere an den sonnenexponierten Arealen.

Photoaging (Photodamage) stellt einen der Hauptgründe für die Hautalterung dar. Es bilden sich schlimmstenfalls aktinische Keratosen als Hautkrebsvorstufen, kennzeichnend sind auch Pigmentunregelmäßigkeiten und Hyperkeratosen. In der Haut kommt es zu folgendem Szenario: Die MMPs (Matrix-Metalloproteinasen) sind Peptidasen (bestimmte Enzyme), die die Kollagenfasern wie eine Schere zerschneiden. Es kommt zur sonnengeschädigten Haut mit typisch lediger Oberfläche, wenig Elastizität und tiefen Falten in schlaffem Gewebe. Oxidativer Stress und freie Radikale verstärken die Freisetzung der MMPs noch zusätzlich.

Photoaging stellt einen der Hauptgründe für die Hautalterung dar.

Was ist oxidativer Stress?

Die sogenannten ROS = Reaktive Oxygen Species sind die freien Radikale. Sie haben mindestens ein umgepaartes Elektron im äußeren Orbital und sind daher sehr reaktiv. Sie gehen sehr schnell Reaktionen mit anderen Stoffen ein und oxidieren so Proteine, DNA und Phospholipide (Bestandteile der Zellmembran). Es kommt häufig zu Kettenreaktionen und neue freie Radikale entstehen. Heute stellen freie Radikale maßgebliche Faktoren bei Alterungsprozessen dar.

Bei der extrinsischen Hautalterung kommt es auch zu einem erhöhten Aufkommen an Immunzellen, was zu einer Erweiterung und Verdrehung der Gefäße führen kann.

Was man typischerweise bei einer extrinsisch gealterten Haut beobachten kann, ist ein Faltenmuster, das sich nicht an der Mimik orientiert. Die Falten liegen quasi auf der Hautoberfläche auf und sind sehr hartnäckig.

Pflegeansatz: Skin Longevity

Skin Longevity beschreibt einen Pflegeansatz, der darauf abzielt, die Vitalität der Haut über einen langen Zeitraum zu erhalten. Longevity bedeutet wörtlich „Langlebigkeit“ – in Kombination mit Haut ist also die möglichst lange Erhaltung einer vitalen, funktionsfähigen und widerstandsfähigen Haut (der Zellen in der Haut) gemeint.

Dazu sollen insbesondere die hauteigenen Regenerationsprozesse unterstützt, die Hautbarriere gestärkt und chronischer Hautstress reduziert werden. Dieser Ansatz fällt in die Kategorie „Slow Aging“ und wird möglichst früh, am besten bereits ab 25 verfolgt, um langfristig zum Erfolg zu führen. Es geht weniger um die Reduktion von einzelnen Falten, sondern vielmehr um die Vitalität der Zellen der Haut. Wenn diese gesund sind, hat dies wiederum entscheidende Auswirkungen auf das gesamte Hautbild – und ja, dadurch sind auch weniger tiefe Falten sichtbar.

Bitte beachten

  • Achten Sie darauf, dass die Kundschaft die Heimpflegegewohnheiten nach Ihren Vorgaben umsetzt, sonst bringt die intensivste Behandlung nichts.
  • Täglicher UV-Schutz ist ein absolutes Muss, insbesondere bei UV-Schäden und wenn Peelings durchgeführt werden!
  • Kurbehandlungen, also mehrere Behandlungen in kurzer Abfolge, bringen schnell sichtbare Erfolge.

Faktencheck nötig

Als Kosmetikerin oder Kosmetiker sind Sie natürlich die Ansprechpartnerin in puncto Anti-Aging. Um jedoch ein wirkungsvolles Anti-Aging-Konzept erstellen zu können, ist es wichtig, zunächst die Fakten rund ums Thema Hautalterung der jeweiligen Kundin zu erfassen. Dazu zählen allgemeine Beobachtungen wie:

  • psychologische Komponenten (eine glückliche Kundin oder ein glücklicher Kunde altert langsamer)
  • der genetisch bedingte Hauttyp
  • das Aktivitätsniveau (Sport etc.)
  • Ernährung (Diäten, Fast Food, Übersäuerung)
  • Trinkmenge (Wasser, Tee etc.)
  • Pflegegewohnheiten
  • Umgang mit Sonne/Solarium
  • der Beruf der Kundschaft
  • Genussmittel (zum Beispiel Nikotin, Koffein, Alkohol)
  • die hormonelle Situation (zum Beispiel Klimakterium)

Hautalterung lässt sich beeinflussen

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass wir mit unserem Verhalten einen recht beträchtlichen Einfluss auf die Hautalterung (HA), insbesondere natürlich die extrinsische Hautalterung nehmen können. Besonders das Photoaging lässt sich mit entsprechenden Maßnahmen verhindern oder abschwächen. Eine optimale und ausgewogene, vitaminreiche Ernährung ist ebenso zuträglich wie genügend Schlaf und natürlich die richtigen Pflegegewohnheiten.

Im Kosmetikinstitut stehen uns verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung offen:

  • Peelings mit Fruchtsäuren (extrinsische HA)
  • Mikrodermabrasion (extrinsische HA)
  • Ultraschallbehandlungen (extrinsische und intrinsische HA)
  • Elektroporation (Mesoporation ohne Nadeln)
  • Microneedling
  • Wirkstoffbehandlungen

Bei den Wirkstoffen sind im Bereich Anti-Aging besonders folgende interessant:

  • Retinoide (Vitamin A): Hauterneuerung, bei UV-Schäden (extrinsische HA)
  • Niacinamid (Vitamin B3): unterstützt Stoffwechselvorgänge und wirkt gegen den TEWL (Transepidermalen Wasserverlust), verbessert außerdem die Kollagensynthese (beide)
  • Hyaluronsäure: der Feuchtigkeits-Booster schlechthin, gleicht Knitterfältchen aus und schenkt der Haut ein pralles Aussehen (extrinsische und intrinsische HA)
  • Phytohormone: gegen hormonbedingte Alterserscheinungen, wirken eher im Gewebe als oberflächlich (intrinsische HA)
  • Polypeptide: die kleinen „Wunderwaffen“ im Anti-Aging mit unterschiedlichen Wirkungen
  • Antioxidantien: fangen die freien Radikale ab und machen diese so unschädlich ( Stichwort: oxidativer Stress) (extrinsische HA).
Susanne Pfau
Die Autorin

Susanne Pfau

Die staatlich geprüfte Kosmetikerin und Heilpraktikerin mit eigenem Institut ist Inhaberin der Firma Pfau Cosmetics und spezialisiert auf Problemhaut und Pigmentflecken sowie Anti-Aging.

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