Die apparative Hautverjüngung gehört zu den bedeutendsten Bereichen der Ästhetik. Technologien wie Laser-, Radiofrequenz-, Licht- oder Plasma-Systeme ermöglichen effiziente Behandlungen – sowohl in ärztlichen Praxen als auch in professionellen kosmetischen Instituten. Die wichtigsten Verfahren zur Hautverjüngung finden Sie hier im Überblick.
Die verschiedenen apparativen Verfahren vereint, dass sie in der Tiefe der Haut wirken. Dort stimulieren sie auf unterschiedliche Weise durch gezielte Impulse körpereigene Reparaturprozesse in der Haut: Dies können Wärmereize – also thermische Effekte – und/oder Mikroverletzungen sein, welche die Fibroblasten in der Dermis dazu anregen, neues Kollagen und Elastin zu bilden, die für Hautstraffung und Elastizitätserhalt unerlässlich sind. So wird das Fasernetzwerk nachhaltig umgebaut und gestärkt, feine Linien und Fältchen werden gemildert. Zudem können je nach System auch Pigmentflecken oder Gefäßveränderungen reduziert werden. Zur Hautverjüngung steht heute eine Vielzahl an Technologien zur Verfügung, die teilweise auch im Kosmetikstudio eingesetzt werden dürfen. Sämtliche Technologien eignen sich für Gesicht, Hals und Dekolleté, aber auch Areale wie alternde Haut an den Knien oder Ellenbogen oder Narben am gesamten Körper:
Lasersysteme
- Ablative Laser: Hierzu gehören der CO2-Laser mit 10.600 Nanometern (nm) Wellenlänge sowie der Er:YAG-Laser (Erbium:YAG) mit 2.940 nm Wellenlänge. Diese Laser tragen die Epidermis teilweise oder vollständig ab und erwärmen das darunter liegende Gewebe. Dies löst eine starke Regeneration aus: Die geschädigte Haut wird entfernt, und die Wärme stimuliert einen intensiven Kollagenaufbau. CO2-Laser bringen in der Regel mehr Wärme in die Unterhaut ein und sind besonders effektiv bei tieferen Falten, Narben und starker Lichtschädigung, verursachen aber eine längere Ausfallzeit. Er:YAG-Laser eignen sich besonders zum schrittweisen Abtragen. Vollflächig abtragende Verfahren werden heute jedoch meist nicht mehr zur Hautverjüngung angewandt, stattdessen setzt man auf
- Ablativ-fraktionierte Laser: Beim fraktionierten Verfahren mit dem CO2- oder dem Er:YAG-Laser wird der Laserstrahl in viele kleine Strahlen aufgeteilt – somit entfernen mikroskopisch kleine „Pixel“ nur winzige Teile der Epidermis und der darunter liegenden Dermis und erneuern so in mehreren Sitzungen schrittweise die Hautoberfläche. Zugleich stimulieren die Verfahren die Dermis durch Koagulationszonen, also feinste thermische Schädigungen, welche die Kollagen- und Elastin-Synthese anregen. Die Behandlung lässt sich ideal mit dem Einarbeiten spezieller Wirkstoffe, Exosomen oder dem körpereigenen PRP zur noch intensiveren Bio-Stimulation kombinieren, da die Wirkstoffe über die mit dem Laser erzeugten Mikrokanäle tiefer in die Haut eindringen können.
- Nichtablative fraktionierte Laser sind eine Weiterentwicklung der Lasertechnologie, welche die Epidermis intakt lassen, aber dennoch in der Tiefe der Haut wirken. Hierzu gehören der ER:Glass-Laser mit 1.540 nm oder ähnliche Systeme mit 1.550/1.570 nm Wellenlänge, die durch thermische Stimulation Koagulationskanäle in der Dermis setzen, welche die besagten SkinRemodeling-Prozesse auslösen. Die Behandlung hat eine kürzere Ausfallzeit und geringeres Nebenwirkungsrisiko und ist gut geeignet zur Verbesserung von Textur und Festigkeit der Haut, es sind jedoch meist mehrere Sitzungen für ein gutes Ergebnis notwendig. Auch der Thulium-Laser mit 1.927 nm gehört in diese Kategorie. Er wirkt stärker epidermal und eignet sich zur Behandlung oberflächlicherer Hautprobleme wie Pigmentierung und feiner Linien.
- Fraktionierte gütegeschaltete (q-switched, QS) Laser im Nano- oder Pikosekunden-Bereich wie der QS Nd:YAG-Laser mit 1.064 nm Wellenlänge erzeugen durch extrem kurze Lichtimpulse einen photoakustischen Effekt und aktivieren so Regenerationsprozesse, jedoch ohne großflächige thermische Stimulation der Kollagen-Neosynthese. Diese Verfahren eignen sich beispielsweise zum Angleichen des Teints bei Hyperpigmentierungen.
- Laser zur vaskulären Behandlung: Gefäßlaser wie KTP/LBO (532 nm) und Diodenlaser (520 nm) zielen auf die Blutgefäße in der Haut. Sie werden vorrangig bei Rötungen, Couperose oder Rosacea eingesetzt und tragen indirekt zur Hautverjüngung bei, indem sie das Hautbild harmonisieren.
Arztvorbehalt
In der Regel gilt: Medizinische Behandlungen wie die Therapie von Gefäß- und Pigmentveränderungen fallen unter den Arztvorbehalt. Der Arztvorbehalt gilt auch für Anwendungen, bei denen die Epidermis durch eine energiebasierte Technologie geöffnet wird, sprich ablative Systeme. Genauere Informationen, inwieweit ein System bzw. dessen Anwendung nach NiSV einem Arztvorbehalt unterliegt, erfragen Sie beim jeweiligen Hersteller.
Lichtsysteme/IPL
IPL steht für Intensed Pulsed Light, bezeichnet also intensives Licht, keinen Laser, und deckt Anwendungsgebiete ab, die teilweise unter Arztvorbehalt fallen, teilweise im Institut eingesetzt werden können. Zu den Indikationen ohne Arztvorbehalt gehören die sanfte Hautstraffung mit Licht im nahen Infrarot-Bereich (NIR) und die dauerhafte Haarentfernung.
Radiofrequenz
- Radiofrequenz zur Straffung: Die RF-Hautstraffung nutzt elektro-magnetische Energie (Radiofrequenz), um Wärme tief in der Haut zu erzeugen. Dafür werden durch die elektromagnetischen Wellen Wassermoleküle im Gewebe in Rotation versetzt, die durch ihre Drehung schließlich Reibungswärme erzeugen. Diese Wärme regt die Bildung von hautstraffendem Kollagen, Elastin und Hya-luronsäure an.
- Mikroplasma zur fraktionierten Behandlung: Mikroplasma ist eine Alternative zum fraktionierten Laser auf Radiofrequenz-Basis: Es triggert die Regeneration der Haut durch seinen intensiven thermischen Effekt entweder nichtablativ in der Tiefe zur Hautstraffung und Geweberegeneration. Oberflächlich-ablativ angewandt erneuert es wie ein Laser schrittweise die Hautoberfläche, unterliegt dann jedoch dem Arztvorbehalt.
- RF-Microneedling: Eine weitere Variante ist das RF-Microneedling, bei dem sehr feine Nadeln eingesetzt werden, die zum einen Mikroverletzungen erzeugen und gleichzeitig Radiofrequenzenergie in tiefe Hautschichten leiten. Dieser doppelte Reiz (mechanisch und Wärme) kann ebenfalls Fältchen sowie Dehnungsstreifen reduzieren und das Hautbild verfeinern.
Ultraschall
Ultraschalltechnologien werden verwendet, um Hautstoffwechsel und Mikrozirkulation anzuregen — dies kann helfen, Hautstruktur, Elastizität und Feuchtigkeit zu verbessern. Durch speziellen Ultraschall mit einem Push-Pull-Effekt können Substanzen besser in tiefere Hautschichten eingebracht werden, beispielsweise durch die Kanäle nach einer ablativ-fraktionierten Laserbehandlung, was deren hautverjüngenden Effekt verbessern kann.
Dipl.-Ing. (TU) Udo Schmidt
Der Autor ist Lead Medical Affairs bei der Alma Lasers GmbH und Dozent für Kurse zum Laserschutzbeauftragten nach OStrV und TROS.
www.alma-lasers.de