Bewegung tut gut. Und nicht zwar nicht nur dem Körper, sondern auch der Haut.
Skin & Bodycare Classics · Pflege
Unreinheiten kann vorgebeugt werden und der Haut ein frischeres und pralleres Aussehen verliehen werden. Doch was gibt es bei der Sport- und Skincare-Routine zu beachten und welche Sportarten sind für welchen Hauttyp besonders geeignet?
Durch regelmäßigen Sport pumpt das Herz mehr Blut bis hin in die kleinsten Gefäße. Das verleiht der Haut ein frisches Aussehen. Kraft- und Ausdauersport regen die Kollagenbildung an. Das lässt die Haut elastisch werden und festigt sie. Bewegung sorgt dafür, dass das Stresshormon „Cortisol” abgebaut wird, wodurch Hautunreinheiten vorgebeugt wird. Muskeltraining lässt die Haut straffer werden. Auch das Zusammenspiel von Bewegung und Ernährung ist wichtig:
- Transporteffekt: Durch regelmäßigen Sport schlägt das Herz schneller und die Gefäße erweitern sich. So gelangen Vitamine und Antioxidantien aus der Nahrung viel schneller in die obersten Hautschichten.
- Entgiftungseffekt: Die Bewegung fördert die Lymphaktivität, während eine wasser- und ballaststoffreiche Ernährung zusätzlich den Darm unterstützt. Ein gesunder Darm spiegelt sich direkt in einem reineren Hautbild wider.
- Kollagen-Booster: Ein ausgewogenes Krafttraining setzt die Wachstumsreize für das Gewebe frei. Werden dem Körper genügend Proteine (Aminosäuren) und Vitamin C zugeführt, wird neues Kollagen aufgebaut und das Bindegewebe gestrafft.
Pflege vor dem Sport
Das Ziel vor dem Training ist eine freie Haut, die atmen kann, aber gleichzeitig geschützt ist.
- Der Reiniger (nur bei Bedarf): Gesicht vor dem Sport von Make-up befreien. Am besten mit einem milden Mizellenwasser oder einem leichten Reinigungsgel.
- Für die Feuchtigkeit: Ideal ist eine ultraleichte, ölfreie Pflege. Wirkstoffe wie Hyaluronsäure spenden Feuchtigkeit, ohne die Poren zu verstopfen.
- Sonnenschutz (für Outdooraktivitäten): Zu empfehlen ist ein Sonnenspray oder ein leichtes Fluid (LSF 30 oder 50) mit dem Hinweis „schweißresistent“. Mineralische Filter oder leichte chemische Fluids auf Wasserbasis verhindern einen Hitzestau unter der Creme.
Beim Sport unbedingt vermeiden
- Wasserfeste Foundations/Make-up: Poren verstopfen durch den Schweiß, was zu Irritationen und Unreinheiten führen kann.
- Reichhaltige Öle oder schwere Anti-Aging-Cremes: Sie erzeugen einen Hitzestau und verhindern das Verdunsten des Schweißes.
- Kuhmilch und Fast Food: Werden diese Lebensmittel unmittelbar vor dem Sport verzehrt und es wird stark geschwitzt, können Poren verstopfen oder Pickel entstehen.
- Scharfe Wirkstoffe im Anschluss: Fruchtsäuren (AHA/BHA) oder Retinol sollten nie am Trainingstag angewendet werden. Lieber erst einen Tag später.
Bewegung kann Wirkung von Produkten verstärken
Bestimmte Wirkstoffe entfalten ihre Wirkung in Kombination mit Sport besonders gut, wenn das Timing auch dafür stimmt.
- Hyaluronsäure vor dem Sport: Ein leichtes Hyaluronserum vor dem Sport bindet die Feuchtigkeit. Durch das Schwitzen entsteht ein Feuchtigkeitsdepot. Dieses polstert die Trockenheitsfältchen auf.
- Vitamin C nach dem Sport: Beim Sport im Freien wird die Haut freien Radikalen ausgesetzt. Nach der Dusche ist ein Vitamin-C-Serum zu empfehlen. Das repariert die Mikroschäden. Dank der hohen Durchblutung dringen Wirkstoffe tiefer ein.
- Niacinamid nach dem Sport: Da Sport die Talgproduktion der Gesichtshaut anregen kann, hilft es Ihrer Kundschaft, Niacinamid direkt nach dem Training aufzutragen. Dadurch werden die Poren reguliert, Rötungen gemildert und Entzündungen gehemmt.
Wichtig!
Einige Spezialprodukte vertragen sich absolut nicht mit Schweiß und erhöhter Körpertemperatur. Folgende Wirkstoffe gilt es zu vermeiden:
- Retinol/Vitamin A: Schweiß transportiert das Produkt in die Augen oder in Hautfalten, wo es starke Ekzeme auslösen kann. Zudem ist die Haut durch Retinol lichtempfindlicher – bei Outdoorsport fatal.
- Chemische Peelings (AHA/BHA/Fruchtsäuren): Diese Säuren tragen die oberste Hornschicht ab. Wird danach geschwitzt, brennt das Salz im Schweiß auf der ungeschützten Haut und führt zu Rötungen und Barriereschäden.
- Reines Teebaumöl oder Benzoylperoxid (BPO): Diese Aknemittel reizen die Haut sehr stark. Kontaktdermatitis oder brennende Ausschläge können die Folge sein.
Um die positiven Effekte der Bewegung zu maximieren, benötigt die Haut spezifische Nährstoffe:
- Antioxidantien (Beeren, grünes Blattgemüse, Tomaten). Outdoorsport setzt die Haut UV-Strahlung und freien Radikalen aus. Antioxidantien wirken wie ein innerer Sonnenschutz.
- Omega-3-Fettsäuren (Lachs, Walnüsse, Leinsamen). Wirken stark entzündungshemmend. Das ist ideal, um Rötungen nach dem Sport zu minimieren und die Hautbarriere geschmeidig zu halten.
- Hochwertige Proteine (Hülsenfrüchte, Eier, mageres Fleisch). Liefern die Bausteine (Aminosäuren), die durch Sport die anregende Zellerneuerung und Gewebestraffung unterstützen.
- Wasser und ungesüßte Tees. Der Flüssigkeitsverlust durch Schweiß muss ausgeglichen werden, um die Haut Ihrer Kundschaft straff und prall zu halten. Zu wenig Wasser nach dem Sport führt sehr schnell zu Trockenheitsfältchen.
Sportarten für trockene Haut
Trockene Haut verliert sehr schnell an Feuchtigkeit und reagiert auf extreme Wetterumschwünge wie starke Kälte und Wind sehr empfindlich. Ideale Sportarten für trockene Hauttypen sind: Pilates, Yoga, Schwimmen (chlorfrei oder in Solebecken) und Krafttraining. Warum sich gerade diese Arten gut eignen? Sie bringen Ihre Kundschaft zum angenehmen Schwitzen, ohne dass die Haut austrocknet. Als Vorbehandlung vor dem Sport sollte Ihre Kundschaft eine leichte Feuchtigkeitscreme auftragen und nach dem Sport nicht zu heiß duschen.
Sportarten für ölige und unreine Haut
Für ölige und zu Unreinheiten neigende Haut bieten sich hochintensives Intervalltraining und Cardio an. Gerade ölige Haut profitiert sehr stark vom Ausschwitzen, da die Poren geöffnet werden und der Talg besser abfließen kann. Dabei ist darauf zu achten, dass keine Reibungen entstehen, denn das fördert Entzündungen. Die idealen Sportarten sind Laufen, Radfahren und Boxen. Empfehlen Sie Ihrer Kundschaft auf jeden Fall, ungeschminkt Sport zu treiben und nach dem Sport das Gesicht mit einem milden Reinigungsgel oder einem Reinigungsschaum zu reinigen.
Sportarten bei Akne und empfindlicher, zu Rötungen neigender Haut
Gerade hier ist eine große Hitzeentstehung mit extremer Anstrengung zu vermeiden, da es die Blutgefäße stark erweitert. Sportarten, bei denen ein Helm getragen wird oder enge Gurte auf der Haut reiben, führen bei sensibler Haut schnell zu anhaltenden Rötungen oder zu starken Schüben. Bei empfindlicher und zu Rötung neigender Haut eignen sich daher Nordic Walking, leichtes Radfahren, Aquafitness und schnelle Spaziergänge.
Dabei überhitzt der Körper nicht zu stark, sodass der Blutfluss der Gesichtshaut stabil bleibt. Empfehlen Sie Ihrer Kundschaft, in kühlen Räumen oder zu kühlen Tageszeiten zu trainieren. Zusätzlich empfiehlt sich, das Gesicht nach dem Training sanft abzukühlen.
Sportarten bei Neurodermitis und Ekzemen
Schweiß enthält Salze, die auf der bereits geschädigten Hautbarriere brennen und extremen Juckreiz auslösen können. Hier eignen sich Sportarten wie Pilates, Yoga, Spaziergänge im Schatten und mildes Krafttraining. Wichtig ist, dass Ihre Kundschaft atmungsaktive und lockere Bekleidung trägt. Chlorreiche Schwimmbäder gilt es zu meiden, da diese die Haut austrocknen und Ekzeme und Neurodermitis fördern.
Sportarten bei Psoriasis
Die Psoriasis geht oft mit Entzündungen in den Gelenken einher (Psoriasis-Arthritis). Gleichzeitig reduziert moderater Sport aber auch die systemischen Entzündungen im Gesicht und Körper. Bei diesen Kundentypen eignen sich gelenkschonende Bewegungsformen wie Radfahren, Nordic Walking, Schwimmen und Aqua-Jogging. Wichtig ist, dass Sportarten mit hoher Stoßbelastung (wie Laufen, Seilspringen) und enge Kleidung, die an den befallenen Stellen reibt, vermieden werden.
Sportarten bei reifer Haut
Bei Kundschaft mit reifer Haut liegt das Augenmerk auf Krafttraining und Ausdauer. Da die Haut im Alter an Elastizität und Muskelmasse verliert, hilft ein gesunder Mix aus Kraft- und Ausdauertraining.
Das fördert die Durchblutung, wodurch das Gewebe von innen und von der untersten Hautschicht gestützt wird.
Vor und nach dem Sport: Reinigen und beruhigen
Nach dem Sport sollten Schweiß, Salz und Schmutz zügig entfernt werden, um unerwünschten Reizungen und Unreinheiten vorzubeugen:
- Gesicht gründlich abwaschen, am besten mit einem milden, pH-neutralen Waschgel oder Reinigungsschaum.
- Aggressive Peelings vermeiden.
- Ein beruhigendes Serum oder Gesichtswasser mit Niacinamiden und Panthenol (Provitamin B5) hilft der Haut, sich zu beruhigen, Rötungen zu reduzieren und die Hautbarriere zu stärken.
- Als Abschlusspflege eine regenerierende Feuchtigkeitscreme auftragen. Ist die Haut nach dem Sport stark gerötet, überhitzt oder spannt, eignen sich Cremes mit Ceramiden.
Der perfekte Fahrplan
Beraten Sie Ihre Kundschaft im Hinblick auf passende Produkte und die richtigen Wirkstoffe:
- Morgens/vor dem Sport: Nur Feuchtigkeit (Hyaluron) und antioxidativer Sonnenschutz.
- Direkt nach dem Sport: beruhigende Pflegeprodukte mit Panthenol oder Niacinamid.
- Abends (mit zeitlichem Abstand zum Sport): intensive Wirkstoffe wie Kollagen, Retinol, AHA-/BHA-Peelings oder reichhaltige Öle.
Fazit
Sie sollten den Sport, die Ernährung und die Kombination der Wirkstoffe bei der Behandlung in Ihrem Institut, aber auch bei der Heimpflege im Auge behalten. Ich empfehle Ihnen, diese auch in Ihren Arbeitsalltag mit der Kundschaft einzubinden.
Es ist unsere Aufgabe, die Kundschaft als Ganzes zu betrachten und zu behandeln.
Versuchen Sie, Beratungen oder Infoabende und Kombibehandlungen in Ihrem Institut zu integrieren. Es bringt der Kundschaft einen Mehrwert und Ihnen eine zusätzliche Einnahmequelle.