Serie: Erfolgreiches Pigmentieren, Teil 2
ABC des Permanent Make-ups

Auch in unserem zweiten Teil erläutern wir wichtige Fakten rund ums Thema Permanent Make-up und geben hilfreiche Tipps für Pigmentierer.
I – wie Informationsmaterial
Aussagekräftige Informationsunterlagen werden heute von Ihren Kundinnen erwartet. Waren früher schöne bunte Prospekte ausreichend, gelten in unserem Internet-Zeitalter ganz andere Gesetze. Die Kundin von heute kommt gut aufgeklärt ins Institut und erwartet kompetente, seriöse Antworten. Professionelle Ausbildungsinstitute verfügen über juristisch einwandfreie Fragebögen genauso wie über detaillierte Informationen zu Pigmentierfarben, Gerätetechnik etc.
Ganz besonders hilfreich ist übrigens der Einsatz von Informationsfilmen über Permanent Make-up. Ganztägig im Schaufenster laufend vermitteln sie potentiellen Kundinnen interessante Einblicke in Ihre Dienstleistung.
Aber Vorsicht: Filme, die mit der privaten Videokamera aufgenommen wurden, sind hierfür völlig ungeeignet. Nur wirklich vom Profi, im besten Fall sogar von Ihrem Ausbildungsinstitut, hergestellte Filme verwenden.
J – wie juristische Absicherung
Ob Werbeaussagen in Prospekten, Anzeigen, Image-Filmen oder anderen Objekten: Sichern Sie sich juristisch ab! Erfolg erzeugt oft Neid und es kann sein, dass Ihre Mitbewerber penibel auf jede Ihrer Formulierungen achten und Sie bei unkorrekten Aussagen abmahnen.
Tipp: Am besten verwenden Sie ausschließlich vom Ausbildungsinstitut erstellte und bereits geprüfte Materialien. Sollten Ihnen diese Unterlagen nicht gefallen, sparen Sie nicht am falschen Ende und beauftragen Sie einen Fachanwalt mit der Prüfung. Denn: auch Gesetze und/oder Verordnungen bezüglich Werbung ändern sich immer wieder.
… wie jugendliche Kundin
Es kommt natürlich immer wieder vor, dass Jugendliche über genügend Geld verfügen, um sich ein Permanent Make up aus rein kosmetischen Gründen zeichnen zu lassen. Selbstverständlich ist dies mit Einverständniserklärung des Erziehungsberechtigten auch juristisch erlaubt. Meine persönliche Einstellung zum Thema heißt aber: Nein! Jugendliche Frische und auch teilweise Unvollkommenheit ist doch gerade das, was die Jugend so zauberhaft macht. Das ist sicher eine Frage der persönlichen Ethik, aber wir haben in 25 Jahren damit immer sehr gute Erfahrungen gemacht. Anders sieht es natürlich aus, wenn jugendliche Kundinnen medizinische Probleme wie beispielsweise Operationsnarben oder Alopecia haben, und darunter so leiden, dass ihr Selbstwertgefühl stark beeinträchtigt ist. In diesen Fällen pigmentieren wir natürlich mit Einverständnis des Erziehungsberechtigten gerne.
K – wie Kosmetische Ausbildung
Vor der Zusatzausbildung Permanent Make-up ist die gründliche Ausbildung zur Kosmetikerin natürlich immens hilfreich. Eine gut ausgebildete Beauty-Expertin, die fundierte dermatologische Kenntnisse hat, wird zum Beispiel sehr viel schneller Routine in der Farbenlehre bekommen, als eine Kollegin ohne kosmetische Vorbildung.
Auch wichtige Vorkenntnisse in Visagismus und Topologie erleichtern Schülern die Ausbildung zum Permanent-Make-up-Profi. Beim wichtigen Vorzeichnen beispielsweise haben ausgebildete Kosmetikerinnen gegenüber Seiteneinsteigern meistens die Nase vorn.
Natürlich gibt es auch Ausnahmen und wir erleben es immer wieder, dass Nicht-Kosmetikerinnen den schönen Beruf der Pigmentiererin schnell erlernen und eventuelle Lücken durch besonderen Fleiß schließen.
L – wie Licht
Permanent Make-up ist Präzisionsarbeit. Da liegt es auf der Hand, dass gerade das Licht am Arbeitsplatz besonders wichtig ist. In der Praxis haben sich sogenannte „Tageslichtlampen“ bewährt. Dieses kalte, nahezu natürliche Licht gibt Ihnen Sicherheit bei der Farbauswahl, ebenso wie bei der Begutachtung der fertigen Pigmentierung. Nicht zu empfehlen ist „warmes“ Licht. Diese Lampen werden ziemlich heiß und sind deshalb sehr unangenehm für Ihre Kundinnen.
… wie Liege
Bevor Sie mit Ihrer Arbeit beginnen, richten Sie sich die Liege richtig ein. Dazu ist es notwendig, dass die Liege in der Höhe genauso verstellbar ist, wie am Kopf- und auch am Fußteil. Am besten fehlen die Armlehnen, denn diese hindern Sie nur am richtigen Sitzen an der Liege. Wenn Armlehnen vorhanden sind, sollten diese auf jeden Fall abnehmbar sein.
… wie Liebe zur Arbeit
Natürlich müssen Sie nicht aus lauter Liebe zur Arbeit den ganzen Tag singen. Aber eine gewisse Affinität bis hin zur Liebe zum Permanent Make-up erleichtert Ihnen sicher vieles. Jeder weiß, dass die Dinge, die wir mit Liebe tun, gut gelingen, die Kundin glücklich machen und natürlich – last but not least – Sie selbst auch mit Stolz und Zufriedenheit erfüllen. Es klingt vielleicht kitschig und sogar ein wenig pathetisch, aber manchmal sind die Dinge wirklich so einfach.
M – wie Motivation
Klar – ohne die richtige Motivation gelingt eigentlich überhaupt nichts, schon gar nicht der geschäftliche Erfolg. Wie schaffen Sie es aber, Ihre Motivation zu finden und Sie auch zu halten? Ein Patentrezept habe ich hier leider auch nicht. Die persönliche Einstellung zur Arbeit spielt für die Motivation meines Erachtens eine entscheidende Rolle. Nur wer seine Arbeit liebt und die Zufriedenheit seiner Kundinnen wichtig nimmt, wird auch stolz auf seine Arbeit sein. Und genau dieser Stolz und die Begeisterung meiner Kundinnen motivieren mich immer wieder aufs Neue, perfekte Arbeit zu liefern.
Aber Vorsicht: Verausgaben Sie sich dabei nicht! Nur wenn Sie auch für Ihre eigene Zufriedenheit und Ihren Ausgleich sorgen, kann das gelingen. Ich bin zum Beispiel ein großer Tier- und Naturfreund, und zur Entspannung und zum Abschalten laufe ich regelmäßig mit meinem Hund ein oder auch zwei Stunden durch den Wald.
Professionelle Seminare für Motivationstraining werden am Markt zahlreich angeboten und sind für den einen oder anderen möglicherweise der bessere Weg. Und Sie sind dabei in allerbester Gesellschaft: Hochbezahlte Manager absolvieren regelmäßig Motivationsseminare, warum nicht auch Sie?
Autorin: Corinna Kuffner
