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Sanfte Peelings

26.07.2011

Sanfte Peelings

Der Begriff Peeling (= schälen) trifft eigentlich nur auf die konventionelle Variante zu: Mit Naturkosmetik wird nicht "geschält", sondern ebenso intensiv wie sanft gereinigt. Mit ihrem milden mechanischen oder enzymatischen Peeling Effekt lösen naturkosmetische Peelingprodukte  Hautschuppen ab, glätten das Hautrelief und verwandeln fahle Haut in einen rosig zarten Teint.

Als „Putzkörperchen“ kommen in  der Naturkosmetik z.B. Heilerden, Enzyme oder (Jojoba)Wachsperlen zum Einsatz.  In einigen Produkten finden sich Zutaten aus Großmutters Kosmetikköfferchen, wie z.B.  Mandelkleie. Doch zur Daueranwendung sind auch diese sanften Varianten nicht gedacht.

Zu häufiges Peeling schadet der Haut , da sie davon gereizt, trocken und anfällig wird. Zudem gibt es Hautzustände, bei denen man aus naturkosmetischer Sicht auf ein Peeling verzichten sollte. Hier setzt man statt dessen auf Reinigungsmasken um Schmutzrückstände, Hautschüppchen und überschüssigen Hauttalg zu entfernen.
Peelen - warum eigentlich?

Neue Hautzellen werden in der Basalschicht gebildet. Sie wandern innerhalb eines Erneuerungszyklus von 28 Tagen in Richtung Hautoberfläche. Auf diesem Weg sie ihren Zellkern, verhornen und werden immer flacher. Dachziegelmäßig angeordnet lagern sich die Hautschuppen auf der Haut ab, bis sie schließlich, durch die von unten nachkommenden Zellen verdrängt werden und als winzigste "Hornschüppchen" abfallen. Pro Tag werden so bis zu 15  Millionen Hautzellen abgestoßen.

    Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich die Zellneubildung. Die Hautschüppchen lösen sich nicht mehr so schnell lösen, die Hornschicht wird dicker. Die Haut  wirkt fahl und stumpf, manchmal auch schuppig.
    Bei erhöhter Talgproduktion kann es ebenfalls zu einem „Zellstau“ auf der Haut kommen. Der Talg wirkt hier wie ein Kleber, was zur Folge hat, dass die Hornschicht immer dicker wird. Die Follikelgänge verstopfen und der Talg kann nicht mehr abfließen.  Hautunreinheiten sind die Folge.

Ein sanftes, natürliches Peeling hilft die Poren von abgestoßenem Zellmaterial zu befreien und die Hautstruktur wieder zu glätten. Die Durchblutung der Haut wird angeregt und so auch ihre Stoffwechselfunktionen aktiviert. Die Haut erhält einen rosigen Teint, der aufnahmefähig für weitere Pflegeprodukte ist.  So können auch kleine Fältchen durch ein Peeling gemildert werden.
Weniger ist mehr

Auch wenn die Haut anschließend noch so strahlt: Selbst ein ganz sanftes Peeling ist keine übliche Reinigung, sondern eine Tiefenreinigung, die Einfluss auf die Schutzbarrieren der Haut hat!  Zu häufiges oder zu aggressives  Peelen kann dazu führen, dass die Haut empfindlich reagiert und auch der Alterungsprozess eher beschleunigt wird.

    Peelings sollten bei normaler Haut nicht öfter als einmal pro Woche angewandt werden.
    Bei unreiner, stark verhornter Problemhaut kann ein Peeling bei Behandlungsbeginn bis zu zweimal in der Woche eingesetzt werden. Tritt eine Verbesserung ein, sollten die Anwendungen reduziert werden. Weist das Hautbild entzündliche  Prozesse mit Pusteln auf, sollte auf ein „Rubbelpeeling“ verzichtet werden um sogenannte Schmierinfektionen zu vermeiden und die Haut nicht noch zusätzlich zu reizen. Hier eignen sich z.B. hautberuhigende, entzündungshemmende Reinigungsmasken mit Heilerde.
    Für die trockene, empfindliche Haut eignen sich besonders sanfte Peelings mit rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen. Bei diesem Hauttyp ist in der Regel eine Peeling-Anwendung pro Erneuerungszyklus (28-30 Tage) ausreichend.

Auf die Körnung kommt es an

Der Jojobastrauch liefert das Wachs für besonders sanfte Peeling-Partikel

Ein mechanisches Peeling ist vergleichbar mit einem sehr feinen Schmirgelpapier, das abgestorbene Hautschüppchen und überschüssigen Talg entfernt.  Zu empfehlen sind Produkte, die abgerundete "Schleifmittel" enthalten und so die Haut nicht beschädigen.

Jeder Naturkosmetik-Hersteller hat hier seine eigene Peelingrezeptur. Tabu sind Fruchtsäuren in hohen Konzentrationen. Zum Einsatz kommen zum Beispiel Tonerden, die traditionell in Nordafrika zur Gesichtsreinigung verwendet werden,  außerdem Mandelkleie, Fruchtkerne, Jojobawachs, Bambus oder Algenpulver. Die Größe und Glätte der Körnchen und somit die Wirkung des Peelings sollten je nach Hauttyp gewählt werden.

Grobe Körnchen, wie z.B. zerriebene  Aprikosenkerne oder Sand,  könnten eine feinporige Haut zusätzlich strapazieren und im schlimmsten Fall das Hautbild verschlechtern. Für die fettige, großporige Gesichtshaut hingegen sind diese „putzkräftigen“  Teilchen  durchaus geeignet.  Kügelchen aus Jojobawachs sind glatt und rund, zerschmelzen nach getaner Arbeit auf der empfindlichen Haut und pflegen sie.

Ganz ohne Körnung und Reibung geht es beim Enzympeeling. Hier wird die Wirkung natürlicher eiweiß- und fettverdauender Enzyme genutzt, welche die Kittsubstanz zwischen den Hornlamellen der Haut abbauen und so die Hautschuppen ablösen. Enzympeelings (z.B. Honig Enzympeeling von Living Nature) sind besonders mild und insbesondere bei reifer, unreiner  oder großporiger und empfindlicher Haut zu empfehlen. 

Schutz und Pflege

Malvenextrakte beruhigen empfindliche Haut

Damit die Haut nicht zu trocken wird, befinden sich in den meisten Peeling-Produkten Feuchtigkeitsspender wie z.B. Aloe vera oder Glycerin.

Pflanzliche Öle pflegen die Haut und sorgen bei Peelingcremes für eine  gute  Streichfähigkeit.

Hinzu kommen wertvolle pflanzliche Wirkstoffe, die die Haut pflegen und beruhigen wie z.B. Extrakte aus Ringelblume, Hamamelis, Melisse, Rosenextrakt oder Malvenblüten.

Die Autorin

Liane Jochum ist Naturkosmetikerin und Wellness-Therapeutin. Seit 2001 leitet die Academia-Balance – Fachschule für Naturkosmetik, Ayurveda und Wellness (www.academia-balance.de).

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