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Foto: Olivier Le Moal/Shutterstock.com

BEAUTY FORUM: Was ist für Sie ein Klassiker in der Kosmetik?

Klaudia Heidrich: Für mich persönlich z.B. ist es eine apparative Methode wie die Kristallmikrodermabrasion. Die Methode ist seit Jahrzehnten bewährt und begeistert bis heute die Kunden. Aus meinem dermokosmetischen Alltag ist sie überhaupt nicht wegzudenken.

Und welche Behandlungen und Produkte stellen Sie dem gegenüber? 

Es dominieren immer noch die apparativen Verfahren, die langfristig positive Wirkungen in der Haut erzielen. 

Interessant hierbei ist, dass einige davon überhaupt nicht neu, sondern schon sehr bekannt und erprobt sind wie z.B. das Microneedling oder auch die Ultraschallbehandlung. Bei Produkten sind einerseits schnelle Schönmacher gefragt, andererseits grundlegende Hautbildverbesserer, die zudem vor äußeren Einflüssen schützen. Anti-Pollution ist ein großes Thema und das wird es sicher bleiben. Die Forschung legt inzwischen sehr klare Daten vor, was die Begünstigung von Alterung/Hautalterung durch Feinstaubbelastung und Umweltfaktoren angeht. Völlig ungebrochen ist die Entwicklung in Richtung medizinische Kosmetik. Schöne Haut ist geknüpft an gesunde Haut.

Was ist Ihrer Meinung nach der wichtigste Trend in Bezug auf Pflegeprodukte?

Das sind Produkte, die die Schutzfunktion der Haut stärken. Dazu zählen sowohl Anti-Pollution-Rezepturen wie z.B. Formeln aus tiefenreinigendem Moringasamen- und Pilzextrakt als auch Detoxkonzepte und natürlich Radikalfänger. Ein ganz spannender Wirkstofftrend sind Peptide. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind breit gefächert, die Verträglichkeit hoch und ihre Wirkung, je nach Peptid, studienbelegt. Das öffnet ganz neue Räume in Sachen Anti-Aging.

Welcher Trend dominiert bei den kosmetischen Treatments?

Apparative Behandlungen. Ganz klar. Die Angebotsvielfalt ist inzwischen sehr groß – egal ob für den Körper oder das Gesicht. Nicht wenige Methoden eignen sich hervorragend, um das Hautbild sofort sichtbar und überzeugend zu verbessern. Die Kunden möchten gerne 20 Jahre lang vierzig bleiben. Das eigene, natürliche Aussehen möglichst lang zu genießen, ist ein großes Ziel.

Kosmetik von heute hält echte Lösungen bereit. Die Zeiten, in denen wir Hautalterung nur, ich sage einmal etwas provokant, „tröstend begleiten“ konnten, sind lange vorbei. Kosmetik vermag mittlerweile den Hautalterungsprozess beeindruckend zu minimieren bzw. sein Voranschreiten frühzeitig zu hemmen. 

Haben Sie Beispiele für uns?

Nehmen wir einmal das Microneedling. Die Methode selbst ist nicht neu. Sie hat ihren Ursprung in der medizinischen Behandlung von Narben. Das Verfahren nutzt die Eigenregenerationskraft der Haut. Für den vorhin genannten Kundenwunsch, sich lange das eigene, natürliche Aussehen zu bewahren, ist das perfekt.

In den letzten Jahren haben sich die Needlinggeräte gewandelt. Den Rollern folgten Pens, mit wiederum unterschiedlichen Weiterentwicklungen. Dank des Trends und der damit einhergehenden Optimierungen des Verfahrens kann ein ­kosmetisches ­Microneedling mit einem Gerät der 3. Generation heute schmerzarm und ohne übermäßige Nachwehen für die Kundin durchgeführt werden. 

Präzises Needling sorgt auch innerhalb der in der europäischen Norm festgelegten Needlingtiefe für beste Ergebnisse. Als Anwenderin ermöglicht mir die Methode, die Haut meiner Kundin oder meines Kunden strukturell und funktionell zu „verjüngen“. 

Natürlich führt der Trend auch dazu, dass Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Technologien ausgelotet werden. Für noch bessere Ergebnisse. Hier wird die Zeit zeigen, ob und welche Kombinationen wirklich besser sind. 

Kommen sich Medizin und Kosmetik bei minimalinvasiven Verfahren ins Gehege?

Nach meiner Ansicht ergänzen sich die ästhetischen Methoden aus beiden Bereichen. Das eine ersetzt nicht das andere.

Was ist mit apparativen Anwendungen für zu Hause?

Allmählich dürfte es jedes „Spielzeug“ auch für zu Hause geben – ob Laser, IPL, Microneedling, Ultraschall oder Mikrodermabrasion. Die Verbraucher merken allerdings schnell, dass, auch wenn es verlockend klingt, viele Gerätschaften nicht einmal im Ansatz die Wirkungen erzeugen, die sie zu haben vorgeben. Einige wenige seriöse Firmen bieten Home-Use mit Profiwirkung an. Ich besitze zum Beispiel ein 10-MHz-Ultraschallgerät, welches sich meine Kunden für eine 14-tägige Kur ausleihen können. Die Ergebnisse sind beeindruckend und nachhaltig. Home-Use war und ist Trend. Der Trend hat aber zu sehr viel „Spielzeug“ geführt. Bleiben werden meiner Meinung nach einige wenige überzeugende Technologien.

Welcher ist Ihr persönlicher Lieblings­trend?

Medical Beauty! Verwunderlich, ich weiß (lacht)! Aber in einem Punkt bin ich nicht anders als meine Traumkunden: Ich möchte die besten Ergebnisse mit dem größtmöglichen Komfort verbinden. 

Gibt es auch einen Trend, von dem sie hoffen, dass er bald vorüber ist? 

Elektrische Gesichtsbürsten und schwarze Abziehmasken. 

Stirbt die klassische Kosmetik Ihrer Meinung nach aus?

Natürlich nicht. Aber sie verändert sich. Gott sei Dank! Noch werden „Handarbeit“ und apparative Verfahren regelrecht voneinander abgegrenzt. 

Als müsse man sich entscheiden, ob man das eine oder das andere tut. Als sei das eine nur ohne das andere möglich. „Medical Beauty“ ist streng gesehen einfach die logische, zeitgemäße Weiterentwicklung. 

Ich arbeite mit meinen Händen und mit meinen Sinnen. Arbeit mit Menschen braucht Empathie. Arbeit mit Haut braucht profundes Fachwissen. Ich arbeite mit apparativen Impulsen, denn zur Anregung der Zellteilung reicht Empathie nicht aus.

Meine Kunden möchten beides erleben: Wohlbefinden und sichtbare Hautverjüngung.

Und diesen Trend, den Menschen als Ganzes zu erfassen, den lebe ich nicht nur, den treibe ich jeden Tag mit Herzblut voran. 

Foto: Reviderm

Klaudia Heidrich | Die staatlich geprüfte Kosmetikerin hat sich 2010 selbstständig gemacht und 2015 das Reviderm Skinmedics Rheinbach eröffnet. Ihr Schwerpunkt ist Medical Beauty. 

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