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Behandlungsbeispiel Tattoo hinter Ohr
Behandlungsbeispiel: Das Tattoo hinter dem Ohr ist ca. 1 cm breit und 4 cm hoch und wurde in zwei Behandlungen entfernt. Der Gesamt­zeitraum von der ersten Behandlung bis zur vollständigen Abheilung war hier ca. 1 Jahr. Foto: Silvia Brummer

Zur Entfernung des Tattoos wird die Haut mithilfe eines Pigmentiergerätes punktuell geöffnet und eine Lösung in die Haut einmassiert. Die Lösung besteht aus einer niedrig konzentrierten Milchsäure. Die Punkte (Dots) sind 0,5–1 cm groß.

Das Farbpigment der Tätowierung wird in der Haut nicht als Fremdkörper wahrgenommen, da es in einer Hülle eingeschlossen ist. Wenn nun die Entfernungsflüssigkeit mit den Makrophagen (Fresszellen) in Berührung kommt, bewirkt sie, dass sich die Hülle von den Farbpartikeln löst und der Körper diese als Fremdkörper erkennt. Daraufhin werden sie sofort an die Hautoberfläche abgestoßen. 

Mit dem entstehenden Wundschorf werden die Farbmoleküle gebunden und fallen nach 1–2 Wochen ab. In den folgenden Wochen verheilt die gerötete Stelle und die Behandlung kann daraufhin in der „Nachbarschaft“ derbereits depigmentierten Stellen fortgesetzt werden. Am besten behandelt die Kosmetikerin in kleinen Flächen, da sich dann aufgrund der geringen Hautspannung kaum Narben bilden können.

Was kann die Methode?

Alle Farben sowie Farbmischungen können problemlos entfernt werden. 

Dies betrifft nicht nur Tattoo- und PMU-Farben, sondern auch Lacke und Spezialmischungen. In nahezu allen Fällen lässt sich die Farbe aus der behandelten Stelle schon bei der ersten Behandlung entfernen.

Weniger Behandlungen als mit dem Laser möglich

Die Anzahl der Behandlungen ist im Vergleich zum Laser deutlich geringer, weil die Farbe bei jeder Behandlung entfernt wird und nicht nur langsam verbleicht. Dadurch erfolgt die Entfernung schneller und auch die Kosten können sich erheblich reduzieren.

Keine Rückstände im Körper

Die Tattoofarbe verlässt den Körper wieder über die Hautoberfläche. Milchsäure ist eine physiologische Substanz, die der Körper binnen weniger Stunden vollständig zu Glukose umbaut. Es bleiben keine Schadstoffe zurück.

Weniger Schmerzen

Die Entfernung mit dieser Methode fühlt sich ähnlich an wie das vormalige Tätowieren, verursacht also wesentlich weniger Schmerzen  als eine Laserbehandlung.  

Tattoo- und PMU-Entfernung 

Die Entfernung von PMU unterscheidet sich nicht wesentlich von der Tattooentfernung. Was nicht geht: Es ist nicht möglich, Lidstriche zu entfernen, da sie sich zu nah am Auge befinden. Blockaugenbrauen und verzeichnete Lippenkonturen sind dagegen sehr gut zu entfernen. 

Wo liegen die Grenzen?

Bei mit dem Laser vorbehandelte Tattoos hat die Haut – je nach Zustand der Unterhaut – durch den Laser ihre natürliche Abstoßungsfunktion mehr oder weniger verloren.

Wann und ob dies der Fall ist, lässt sich äußerlich kaum feststellen. Die einen Kunden haben bereits nach wenigen Laserbehandlungen eine völlig vernarbte Unterhaut, bei anderen kann die Haut selbst nach zehn Behandlungen die Farbe als Fremdkörper noch natürlich abstoßen. 

Um die natürliche Abstoßungsfunktion zu prüfen, reicht es oft aus, das Ergebnis einer Testbehandlung (1 Dot) abzuwarten.  

Die Haut muss für die Behandlung unversehrt sein. 

Das heißt, verletzte Haut oder ganz frisch gestochene Tattoos müssen erst vollkommen abgeheilt sein. 

Anzahl der Sitzungen

Die Anzahl der Sitzungen richtet sich nach der Größe des Tattoos. Ein kleines Tattoo in der Größe von 2 x 5 cm kann die Kosmetikerin in der Regel in zwei Sitzungen entfernen. 

Zwischen den Behandlungen von Tattoos sollten mindestens acht Wochen liegen, besser sind jedoch 12 Wochen. 

Dies gibt der Haut die nötige Zeit, um zu heilen. In Ausnahmefällen kann es auch sein, dass der Abstand noch länger ist. Bei der Behandlung von Augenbrauen und an der Lippe geht es erfahrungsgemäß schneller. Hier liegt ein Abstand von ca. 6–8 Wochen zwischen den Behandlungen.&nb

Wo liegen die Kosten?

Kunden, die sich unsicher sind oder deren Tattoo bereits eine Laserbehandlung hatte, lassen eine Testbehandlung machen, um die Abstoßungsreaktion zu testen. Dazu wird  probehalber ein Dot, also 1 Punkt, behandelt. Die Kosten für eine solche Testbehandlung liegen bei 70 €. 

Die Preise für die eigentliche Behandlung starten bei 90 € und richten sich nach der Größe des Tattoos und danach, wie viele Dots nötig sind. □

Fachwissen erforderlich

Die Kosmetikerin sollte bereits sehr viel Fachwissen zum Aufbau der Haut und ihrer Funktion mitbringen. Die Technik ist leicht zu erlernen. Der Hersteller schult die Kosmetikerin in unterschiedlichen Bereichen. Dazu zählen beispielsweise:

Eigenschaften und Qualität der Tattoofarben (organisch, synthetisch, Toxizität, Kanzerogenität), Hygiene, Sicherheit, Versicherungen, juristische Grundlagen, wichtige Entfernungsmethoden im Vergleich, Tattooentfernungsmethode mit Laser und „Skinial“ sowie medizinische Kenntnisse (Anatomie, Histologie, Dermatologie) und Immunologie. 

PMU-Entfernung an Lippe vorher
Vorher. Foto: Silvia Brummer
PMU-Entfernung an Lippe 1. Behandlung
Direkt nach der ersten Behandlung. Foto: Silvia Brummer
Direkt nach der zweiten Behandlung. Foto: Silvia Brummer
Nachher. Foto: Silvia Brummer

Profitipps

  • Hygiene und Desinfektion sind das A und O bei jeder Behandlung.
  • Die Haut ist an manchen Stellen wie z.B. hinter dem Ohr sehr dünn.
  • Es gibt bestimmte Stellen, die stärker durchblutet sind. So blutet es bei einer Behandlung beispielsweise an der Lippe mehr.
  • Es gibt auch Stellen (Gelenke), an denen ein höheres Risiko der Narbenbildung besteht, da hier die Haut stärker gespannt wird.
  • Es ist wichtig, den Kunden bei schwierigen Stellen besonders auf die Gefahren und Risiken hinzuweisen.
  • Und auf jeden Fall ist die Nachsorge für den Erfolg der Behandlung sehr wichtig.

Silvia Brummer | Die Kosmetikerin besitzt Fachausbildungen in Elektroepilation, Tattoo- und PMU-Entfernung sowie Anti-Aging und ist Inhaberin des Kosmetikinstituts Estado in Ortenburg und Mühldorf am Inn. 

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