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Die Behandlung von Problemhaut ist eine gefragte Nische. Foto: Fabry
Die Behandlung von Problemhaut ist eine gefragte Nische. Foto: Fabry

PROBLEMHAUT BEHANDELN – Im unübersichtlichen Markt der Kosmetik­institute ist eine klare Positionierung wichtig. Kosmetikprofi Daniela Hambek hat sich auf das Behandeln von Problemhaut spezialisiert.Wie sie diese Nische erfolgreich bedient, erläutert sie im folgenden Beitrag.

Sich als Kosmetikerin in dem schier unübersichtlichen Markt der Institute gut zu positionieren, ist schwierig. Dennoch gibt es Kolleginnen, denen dies in einer speziellen Nische hervorragend gelingt. Eine Nische, die gefragt und erfolgsversprechend ist, ist die Behandlung von Problemhaut.

Was genau ist Problemhaut?

Der Duden definiert Problemhaut so: „Bei Problemhaut handelt es sich um Haut, deren Pflege o.Ä. Probleme bereitet.“ Darunter kann man zahlreiche Hautbilder subsumieren wie zum Beispiel unreine Haut, Pickel, stark fettende, trockene, gerötete oder schuppige Haut. Es geht also um ein Hautbild, das die Kundin als störend empfindet, jedoch – und das ist ein wichtiger Punkt – noch als gesunde Haut gilt.
Hiervon abzugrenzen ist die „krankhaft veränderte Haut“. Hierzu zählen z.B. Rosacea, Hautpilz, Herpes oder Tumore. Diese dürfen Sie als Kosmetikerin nicht eigenständig behandeln und sollten die betroffene Kundin an einen Arzt verweisen. Auch die Behandlung einer ausgeprägten Akne sollte nicht ohne die Unterstützung durch einen Arzt vorgenommen werden.

Nach dem Ausreinigen empfiehlt sich die Behandlung mit dem Hochfrequenzstab, um die Hautberuhigung zu unterstützen. Foto: Daniela Hambek
Nach dem Ausreinigen empfiehlt sich die Behandlung mit dem Hochfrequenzstab, um die Hautberuhigung zu unterstützen. Foto: Daniela Hambek

Ständig weiterbilden

Um gesunde Haut von kranker Haut zu unterscheiden, braucht man einige Erfahrung. Es ist wichtig, sich intensiv fortzubilden. Besuchen Sie Seminare, auch unabhängig von Herstellern, z.B. in einer Heilpraktikerschule. Oder fragen Sie einen Hautarzt in Ihrer Umgebung, ob Sie für einige Zeit in seiner Praxis hospitieren dürfen. Das hat für Sie zwei potenzielle Vorteile: Sie sehen in kurzer Zeit viele unterschiedliche Hautbilder und haben die Möglichkeit, einen Kooperationspartner von Ihrer Kompetenz zu überzeugen. Arbeiten Sie verschiedene dermatologische Fachbücher durch. Wählen Sie hier Bücher, die für Ärzte konzipiert wurden. Sie sind umfangreicher und Sie lernen hierdurch auch schon die Fachterminologie, Differenzialdiagnostik, Ursachen und dadurch bedingt Möglichkeiten zur Unterstützung der Verbesserung des Hautbildes. Hierdurch gelingt Ihnen die Abgrenzung von gesunder und kranker Haut zunehmend sicherer.

Eine permanente Weiterbildung über unterschiedliche Quellen unerlässlich. Das Fachwissen, welches Sie sich über die Zeit erarbeiten, kann sich später wirklich auszahlen. Sie haben die Möglichkeit, einen höheren Behandlungspreis zu erzielen, Kunden langfristiger zu binden und aufgrund sichtbarer Erfolge weiterempfohlen zu werden.

Produktauswahl

Bei der Wahl der Produkte stellen Sie sich folgende Fragen: Welche Hautbilder sollen behandelt werden? Wie ist das angestrebte Preisgefüge? Und vor allem: Welche Produkte helfen wirklich? Denn nur dann haben Sie die Chance, Ihre Kunden zufriedenz stellen und als Stammkunden zu gewinnen. Bedenken Sie, dass nur bei einer sehr guten Hautbildverbesserung das Umfeld Ihres Kunden die Veränderung wahrnimmt. Hier haben Sie die Chance auf eine Weiterempfehlung durch einen zufriedenen Kunden.
Machen Sie eine Liste, welche Punkte Ihnen bei den neuen Pflegeprodukten wichtig sind, und wenden Sie diese bei der Beurteilung sämtlicher Produkte, die sie testen, an. Um Pflegeprodukte für Ihre eigenen Testzwecke zu finden, kann es sinnvoll sein, sich unter Kolleginnen umzuhören. Diese treffen Sie zum Beispiel auf Fortbildungen.
Ordern Sie nun die Produkte, die sich herauskristallisiert haben, für Testkunden. Die erste Testperson sollte jemand sein, den Sie kennen und dem Sie vertrauen. Es ist wichtig, dass der Tester die Produkte auch wirklich regelmäßig nach Ihren Vorgaben anwendet. Halten Sie den Hautzustand vor Beginn der Pflegeumstellung und Ihren Spezialbehandlungen genau fest. Eine Kombination aus schriftlicher Dokumentation und Fotos kann sinnvoll sein. Beurteilen Sie den Fortschritt regelmäßig und bereiten Sie einen Feedbackbogen für die Testperson vor. Die Kundenmeinung ist zur abschließenden Bewertung wichtig.

Eine gründliche Hautanalyse und Anamnese sind vor allem wichtig, um die Entwicklung im Behandlungsverlauf beurteilen zu können. Foto: Daniela Hambek
Eine gründliche Hautanalyse und Anamnese sind vor allem wichtig, um die Entwicklung im Behandlungsverlauf beurteilen zu können. Foto: Daniela Hambek

Einführen von Spezialbehandlungen

Sie haben Ihre Pflegefavoriten gefunden? Prima! Dann steht nun die Planung der Behandlungseinführung in Ihrem Institut bevor. Die Kalkulation der Behandlung ist ein wichtiger Schritt und für Ihren finanziellen Erfolg unerlässlich. Als grobe Richtlinie gilt, pro Behandlungsminute 1 Euro anzusetzen. Für apparative Behandlungen empfehlen sich mindestens 2 Euro pro Minute zuzüglich der Materialkosten. Dass diese Schätzung nicht für jede Kosmetikerin passt, weiß Andrea Maclang, Online-Business-Coach für Kosmetikerinnen: „Ein gewinnbringender Minutenpreis kann nur nach Analyse der individuellen Kosten errechnet werden“. Daher ist es für eine exakte Analyse unerlässlich, die eigene Kostenseite, aber auch das gewünschte Gehalt zu bestimmen. Dann können Sie mit dem Einführen der neuen Behandlung in Ihrem Institut beginnen. Der große Vorteil der Spezialisierung ist, dass Sie sich als Expertin in Ihrem Fachgebiet positionieren und dadurch eine hohe Kundenbindung erzielen. Dadurch bauen Sie sich einen zuverlässigen Kundenstamm auf, der Ihnen die Treue hält und Sie auch gerne als Fachfrau weiterempfiehlt.

Special für unreine Haut

Für die unreine Haut haben sich in der Praxis Enzympeelings sehr bewährt. Es gibt inzwischen auch Sorten, die während der Einwirkzeit nicht bedampft werden müssen. Der Vorteil bei der Einwirkung ohne Vapozon ist, dass die Haut weniger stark aufquillt und bei der Ausreinigung weniger stark anschwillt. Die Enzympeelings gibt es mit unterschiedlicher Wirkausrichtung: keratolytisch oder auch lipolytisch. Bei stark verhornter Haut mit vielen offenen Komedonen kann auch eine „Double-Peel-Behandlung“ durchgeführt werden. Dabei werden zwei Peelings nacheinander angewendet, um die Ausreinigung zu erleichtern. Danach wird gründlich ausgereinigt und desinfiziert.
Um die Haut zu beruhigen, kann dann für 3-5 Minuten Hochfrequenz zum Einsatz kommen. Dabei beruhigt sich die Haut und Entzündungen heilen deutlich schneller ab. Danach gönnen Sie der Kundin  ein wenig Entspannung. Eine Maske kann die Haut beruhigen, alternativ ist auch eine manuelle Lymphdrainage eine sehr gute Unterstützung für die Haut.

Aufzeichnung Onlineseminar

Die Aufzeichnung unseres Onlineseminars zum Thema „Problemhaut“ mit Kosmetikerin Mayleen Eraerts finden Sie unter http://www.beauty-forum.com/aktuell/detail/artikel/problemhaut-mit-mayleen-eraerts.html

Daniela Hambek

Die Diplom-Biologin, Heilpraktikerin und Kosmetikerin war viele Jahre in der medizinischen Grundlagen- und Auftragsforschung tätig. Heute leitet sie ein Institut für medizinische Kosmetik.

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