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Behandlung von Mimikfalten mit einem Plasmagerät. Foto: Deynique
Behandlung von Mimikfalten mit einem Plasmagerät. Foto: Deynique

Für Kinder der 80er waren sie der Hingucker: Plasmalampen. Ungefährliche elektromagnetische Blitze, gefangen in einer Glaskugel, weckten den Spieltrieb und avancierten zu Partyhighlights. Wissenschaftler arbeiten an Raketenantrieben, die Plasma verwenden. Aber erst moderne Wissenschaft und Forschung verhelfen dem Plasma auch zu Anwendungen in Medizin und Kosmetik.

Der 4. Aggregatzustand

Wir kennen aus dem Alltag die Aggregatzustände Fest, Flüssig und Gasförmig. Der Unterschied zwischen den Aggregatzuständen ist die Menge der zugeführten Energie. Wenn Sie Eis erhitzen, wird es zu Wasser. Erhitzen Sie Wasser weiter, wird es zu Wasserdampf, also Gas, und wenn Gas weiter erhitzt wird, entsteht Plasma, ein hochenergetischer Zustand. Die bekanntesten Plasmaströme auf der Erde sind so hochenergetische Zustände wie beispielsweise das Polarlicht oder ein Gewitterblitz.

Medizinische Forschung

In der medizinischen Forschung wurde die sogenannte kalte Plasmaenergie in den vergangenen Jahren immer interessanter. Hier wird mit einem Plasmagerät Luft oder ein Edelgas wie Argon ionisiert. Der so erzeugte Plasmastrom kann dann gezielt auf die Haut aufgebracht werden. 
Seit etwa zwei Jahren setzen vornehmlich Hautärzte die Erhitzungsmethode auch zur Gesichtsstraffung ein. Da die Behandlungen für die Kundin schmerzhaft sind, werden die Zonen vorher lokal betäubt. Plasmabehandlungen, die Hautverbrennungen verursachen, sind der Kosmetikerin nicht erlaubt. 

Regelmäßig bewerten Gesundheitsämter und Regierungspräsidien dies als erlaubnispflichtige Heilkundeausübung einschließlich der örtlichen Betäubung durch Lokalanästhetika.
Wer mit dieser Methode liebäugelt und sich unsicher ist, sollte beim zuständigen Gesundheitsamt nachfragen. Außerdem ist die Nachfrage bei der Versicherung ratsam.

Mit einem Spitzapplikator lässt sich punktgenau arbeiten: hier in der Augenpartie. Foto: Deynique
Mit einem Spitzapplikator lässt sich punktgenau arbeiten: hier in der Augenpartie. Foto: Deynique
Mit einem Rundapplikator lassen sich größere Hautareale behandeln. Foto: Deynique
Mit einem Rundapplikator lassen sich größere Hautareale behandeln. Foto: Deynique

Unterschiede

Der Unterschied zwischen medizinischem und kosmetischem Plasma liegt in der Stärke der zugeführten Energie. Wo medizinisches Plasma mit 1,8 Ampere und mehr die Haut verbrennt, gleitet kosmetisches Plasma mit 0,8 Ampere über die Haut. Entscheidend ist die Wirkresonanz auf die Hautzellen. Mit kaltem kosmetischen Plasma lassen sich Resultate mit liftingähnlicher Wirkung erreichen. Manchmal braucht es 2–3 Anwendungen mehr, Hauptsache die Behandlung ist für die Kundin angenehm. Gut geeignet ist die kosmetische Plasmaanwendung bei Hautunreinheiten, Couperose oder Falten und zur Glättung und Straffung der Hautoberfläche.

Tiefenwirkung

Gesunde menschliche Zellen verfügen entlang der Zellmembran über eine bestimmte elektrische Ladung. Im Inneren der Zelle herrscht eine negative, an der äußeren Zellwand eine
positive Ladung.
Durch dieses Ladungsgefälle wird zum einen die dünne Zellmembran stabilisiert, zum anderen sorgt dieses Ladungsgefälle für die Zufuhr von Nährstoffen in die Zelle hinein und gleichzeitig für den Abtransport von Abfallstoffen.
Doch mit zunehmendem Alter, durch Krankheit, Stress oder Umweltbelastungen lässt das Spannungspotenzial nach, der Zellstoffwechsel reduziert sich. Die Flüssigkeitszufuhr lässt nach, die Zelle trocknet aus, beginnt zu schrumpfen. Der Gewebsverband wird instabiler in der Tiefe, auf der Oberfläche zeigen sich Linien, Fältchen und Falten.

Warum ist gerade bei Fältchen und Falten kosmetisches Plasma besonders wirksam?

Das kosmetische Plasmastreaming aktiviert einen Ionenstrom, der das Ladungspotenzial innerhalb und außerhalb der Zellen wieder ins Gleich-
gewicht bringt.
Die einzelne Zelle steigert ihre Fähigkeit zum Zellstoffwechsel, saugt wieder mehr Feuchtigkeit auf und wird dadurch praller und voluminöser.
Passiert dies mit einer Vielzahl von Hautzellen in einem bestimmten Areal,  kann sich das gesamte Gewebe wieder heben.

Großflächig und punktgenau

Kosmetische Plasmabehandlungen lassen sich variieren – zum Beispiel großflächig zur Straffung von Hals und Gesicht oder punktuell etwa an den Augenlidern, gegen Tränensäcke, Pickel, Narben. Je nach Behandlungsziel wird die Plasmaenergie entweder mit einem Spitzapplikator (punktgenau) oder Rundapplikator (großflächig) vermittelt.

Am häufigsten verlangen Kunden komplette Behandlungen. Diese beginnen mit der großflächigen Energetisierung der Gewebe. Danach lassen sich detailgenau die spezifischen Problemzonen des jeweiligen Kunden
bearbeiten – etwa tiefe Stirnfalten, Plisseefältchen, Augenlider oder Zonen mit ausgeprägten Unreinheiten, Flecken oder Narben.
Außerdem lassen sich mit den Spezialapplikatoren fettfreie Plasmagele entsprechend der Hautanalyse wirkverstärkend einbringen. Bewährte Plasmagele enthalten Einzelkomponenten wie etwa Silber, Aloe vera, Gorgonie oder plasmataugliche Peptide und Hyaluronsäure.

Plasmatherapie

Plasma ist ein ionisiertes Gas, das außer Ionen freie Elektronen enthält und durch elektrische Entladung zwischen einer Elektrode und einer Oberfläche entsteht. Plasma kann durch Geräte mit niedriger Spannung zwischen einer Elektrode und einer Oberfläche erzeugt werden, wenn die Elektrode nah genug an die Oberfläche herangeführt wird, bis ein Funken überspringt. Das entstehende Plasma ist energiereich und führt beim Auftreffen auf eine Gewebsoberfläche zur sogenannten Sublimation, d.h. zum direkten Übergang von der festen in die gasförmige Phase (ohne vorherige Verflüssigung), somit zur punktförmigen Verdampfung des Gewebes. Darüber hinaus löst das energiereiche ionisierte Gas durch Ausschüttung von Wachstumsfaktoren Reparatur- und Regenerationsvorgänge im Gewebe aus.


Beide Effekte zusammen führen zu einer Straffung und Verdickung der behandelten Haut. Die Anwendung ist vergleichbar mit einer ablativen Laserbehandlung. Allerdings ist die Behandlung präziser applizierbar, einfacher in der Anwendung und vor allem sehr viel günstiger. Die Nachwirkungen sind ähnlich wie bei einer Laserbehandlung. Es kommt zu einer Verkrustung und Rötung der Haut. Der Krusten fallen innerhalb einer Woche ab, die Rötung kann länger bestehen bleiben. Die behandelte Fläche kann aber schon am nächsten Tag abgedeckt werden, sodass die Behandlung keinen Arbeitsausfall erfordert. Die Behandlung wird in Oberflächenanästhesie durch Auftragen einer Betäubungscreme für 30 Minuten oder in Infiltrationsanästhesie (örtliche Betäubung) durchgeführt. Sie dauert 20–30 Minuten und ist somit eine echte „lunchtime procedure“. Die Hauptindikationen sind Lidstraffung, auch „Blefaroplasma“ genannt, und die Abtragung von gutartigen Hautveränderungen.

Lidstraffung: Durch punktuelle Applikation des Plasmas auf die Ober- und Unterlidhaut in einem ca. 10 mm breitem Hautstreifen werden über die Behandlungselektrode kleine Verdampfungszonen erzeugt, die das Gewebe schrumpfen lassen. Die Schrumpfung der Lidhaut, die auf diese Art und Weise erzeugt wird, beträgt meist 3–5mm. Das ist etwa die Hälfte der üblicherweise mit der Skalpell- oder Laseroperation erzielten Straffung.

Die Nachbehandlung erfolgt mit wundheilungs-fördernden oder antibakteriellen Salben und mit einem Sunblocker (>LSF 50). Ab dem 2. Tag können die behandelten Areale abgedeckt werden.

Quelle: Dr. Hans-Ulrich Voigt (Dermatologe) 

Jutta Lucht
Jutta Lucht

Jutta Lucht
ist seit 25 Jahren Lehrkraft für kosmetische Spezial- und Intensivbehandlungen. Sie unterstützt Deynique bei der Produktentwicklung, coacht Kosmetikinstitute und referiert an Kosmetikfachschulen.

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