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Porexie - die Angst vor großporiger Haut
Porexie - die Angst vor großporiger Haut | Foto: Evgeny Atamanenko/Shutterstock.com

Hautporen befördern das Hautfett der tief in der Haut liegenden Talgdrüsen an die Hautoberfläche. Dort spenden die Lipide der Haut Feuchtigkeit. Eigentlich ein gutes Konzept. Kommt es jedoch bei entsprechender Veranlagung zu übermäßiger Talgproduktion, werden enge Porenkanäle verstopft. Meist ist dafür ein Mix aus Talg, abgestorbenen Hautschüppchen und Umweltschmutz verantwortlich. Besonders häufig geschieht das in der T-Zone. Es kommt zu Mitessern und die betroffenen Hautporen werden ausgedehnt. Das Resultat ist eine grobporige Haut.

Auch unter hormonellem Einfluss, mit steigendem Alter und unter der Einwirkung von UV-Strahlen verändert sich die Beschaffenheit der Haut: Die elastischen Fasern im Bindegewebe erschlaffen und die Haut verliert an Festigkeit. Mit einsetzender Alterselastose werden dann automatisch auch die Poren weiter. Bedauerlicherweise hat die Natur hier der Ästhetik keine große Aufmerksamkeit geschenkt, denn wenn die Poren erst einmal vergrößert sind, ist dieser Vorgang in den meisten Fällen nicht mehr umkehrbar: Die Poren bleiben vergrößert und formen sich zu einem unebenen Hautbild. 

Medizinische Methoden

Die moderne ästhetische Medizin kennt vielfältige Möglichkeiten, um großen Poren entgegenzuwirken oder sie zumindest in ihrer Optik zu verfeinern. 

Je nach persönlichem Hautbild und Ausprägung kommen Fruchtsäurepeelings, Dermaroller, Mesotherapie oder Eigenblutbehandlung mit thrombozytenreichem Plasma (PRP) zum Einsatz. Je nach Gesichtsregion kann auch die hautdurchfeuchtende Wirkung von Hyaluronsäure und sogar die unterstützende Verwendung von „Botox“ oder „Mesobotox“ hilfreich sein. 

Fruchtsäurepeelings: Sie entfernen die oberen Hornschichten und regen die Kollagenbildung sowie die Hauterneuerung an. Es kommt zu einem gleichmäßigeren Hautbild. 

Microneedling: Mit einem nadelbesetzten Dermaroller werden auf der Haut viele winzige Wunden gesetzt. Der einsetzende Wundheilungsprozess regt die Kollagenbildung an und sorgt für eine Straffung und Festigung der Haut. Je nach Eindringtiefe wird hier von Microneedling oder Medical Needling gesprochen. 

Mesotherapie: Hier wird ein spezieller Nähr- und/oder Wirkstoffcocktail mit feinen Injektionen oder in einer oberflächlichen nadelstichartigen Technik (Nappage) in die mittlere Hautschicht (Meso = Mitte) eingebracht. Dies führt ebenfalls zu Mikroverletzungen und einem daraus resultierenden Wundheilungsprozess. Die Kollagenneubildung soll dann durch den eingebrachten Cocktail weiter unterstützt und intensiviert werden. Alternativ eignen sich zum Einschleusen von Wirk- und Nährstoffen in die Haut der nadelbesetzte Dermaroller oder verschiedene andere Methoden, die Wirkstoffe durch die Hautbarriere schleusen, z.B. das Radiofrequenzverfahren. 

Eigenblutbehandlung mit thrombozytenreichem Plasma (PRP): Sie nutzt die regenerativen Eigenschaften der Thrombozyten. Thrombozyten haben einen hohen Gehalt an verschiedenen Wachstumsfaktoren und Zytokinen. Hierzu zählen beispielsweise Platelet Derived Growth Factor (PDGF), Transforming Growth Factor β1 und β2 (TGF), Epidermaler Wachstumsfaktor (EGF), Fibroblast Growth Factor (FGF) und der Epithelial Growth Factor (EGF).

Durch die Aktivierung der Thrombozyten werden die Wachstumsfaktoren und Zytokine freigesetzt und wirken über die Aktivierung des Immunsystems (Chemotaxis) geweberegenerativ. 

Hyaluronsäure: Auch wenn nicht primär zur Behandlung grobporiger Haut vorgesehen, wird häufig durch die gewebsdurchfeuchtende Wirkung einer Falten- oder Volumenbehandlung mit Hyaluronsäure ein verbessertes und feineres Hautbild beobachtet. Daher kann auch die Injektion von Hyaluronsäure im Gesichtsbereich zu einer Verbesserung des Hautbildes beitragen.

„Botox“: Wirkt in der Hauptfunktion entspannend auf die feinen Muskelfasern. Als Nebeneffekt wird auch die Talgproduktion in dem behandelten Bereich herunterreguliert. Besser geeignet für die Anwendung im gesamten Gesichtsbereich ist das „Mesobotox“. Dabei wird „Botox“ in einer vielfachen Verdünnung in die oberen Hautschichten eingebracht. 

Der großflächige und fein verteilte Wirkstoff kann sich auf diese Art ebenfalls unterstützend auf ein feines Hautbild auswirken.

Wer sich eine apparative Behandlung wünscht, kann eine hautverfeinernde fraktionierte Laserbehandlung, Mikrodermabrasion, „HydraFacial“ oder auch eine Hightech-Behandlung mit Ultraschall (z.B. „Ultherapy“) in Anspruch nehmen.

großporige Haut
großporige Haut | Foto: Andrew Fisenko/shutterstock.com

Apparative Behandlungen

Fraktionierter Laser: Eine Behandlung mit dem fraktionierten Laser setzt viele kleine Mikroverletzungen an der Hautoberfläche. Diese sorgen über die Wundheilungsreaktion und die gleichzeitige Wärmestimulation tief im Gewebe für eine Kollagenneubildung. Die Haut wird gleichzeitig gestrafft und das Hautbild verbessert.

Mikrodermabrasion: Hier werden die oberen Hautschichten mittels mit hoher Geschwindigkeit auf die Haut gestrahlter Kristalle entfernt. Aus der mechanischen Entfernung der oberen Hornschichten resultiert ein feineres Hautbild. Da auch mit dieser Methode zum Zeitpunkt der Behandlung Wirkstoffe besser in die Haut eingeschleust werden können, können zur weiteren Hautoptimierung Nährstoffe und niedermolekulare Hyaluronsäuren zur intensiveren Regeneration aufgetragen werden.

„HydraFacial“: Ist ebenfalls eine Behandlungsmethode zur Verbesserung des Hautbildes und zur Verkleinerung der Poren. Dabei werden mehrere Vorgänge kombiniert: Zunächst wird die Haut gereinigt. Im Anschluss wird die Haut mit einem sanften Peeling behandelt. Dann folgt eine Tiefenausreinigung mittels Vakuum. Als letzter Schritt erfolgt die Hydratation der Haut mit einem Wirkstoffcocktail aus Antioxidanzien, Vitaminen, Minera-lien und/oder Hyaluronsäure. 

„Ultherapy“: Die Methode erwärmt die tieferen Schichten der Haut mit Ultraschall auf etwa 50 Grad Celsius. Dadurch kommt es zur Aktivierung von Wachstumsfaktoren und zur sukzessiven Neubildung von elastischen sowie kollagenen Fasern. Nebenbei ziehen sich die vorhandenen Kollagenfasern unter der Wärmeeinwirkung zusammen und straffen ebenfalls die darüberliegenden Hautschichten. Die Methode wird häufig auch als „Lifting ohne Skalpell“ bezeichnet und geht in ihrer Effektivität weit über die Optimierung grobporiger Haut hinaus.

Zusammenfassend lassen sich aufgrund der Vielfalt moderner Behandlungsmethoden die zur Verfügung stehenden Verfahren auf die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Hautbeschaffenheit abstimmen. Je nach Erfahrung und Praxisausstattung des Anwenders sowie der Wünsche des Patienten können einzelne Behandlungen auch kombiniert und so in ihrer Effektivität gesteigert werden.

Um das Risiko einer grobporigen Haut zu reduzieren, ist eine tägliche und gründliche Reinigung der Haut von oberflächlichen Rückständen wie Make-up, Talg, Hautschüppchen und Schmutz besonders wichtig.  

Kosmetische Prävention

Präventiv empfehlen sich sanfte Reiniger mit einem Zusatz von exfolierenden Hydroxysäuren oder Salicylsäure. Allerdings sollte auch auf eine Tagescreme mit einem guten Sonnenschutz geachtet werden. Durch regelmäßige professionelle kosmetische Behandlungen, wie Ausreinigen der Poren und anschließender Maske mit auf Tonerde und Fruchtextrakt basierenden Inhaltsstoffen, lassen sich die Poren verfeinern (siehe auch Seite 30). Darüber hinaus unterstützen ausgewählte Pflegeprodukte einen frischen und feinporigen Teint. 

DR. MED. GERHARD SATTLER
DR. MED. GERHARD SATTLER

DR. MED. GERHARD SATTLER

Der ärztliche Direktor der Rosenpark Klinik/Bellari gilt weltweit als Kapazität in ästhetisch-operativer Dermatologie.

DR. MED. FRANK SCHEMEIT
DR. MED. FRANK SCHEMEIT

DR. MED. FRANK SCHEMEIT

ist Experte für ästhetische Dermatologie in der Rosenpark 
Klinik/Bellari. Seine Kernkompetenzen liegen auf Gesichtsverjüngung und Faltenbehandlungen.

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