Anzeige
Bei Augenringen spricht man auch von „halonierten“ Augen. Das Wort kommt vom griechischen Wort „halos“(für Lichthof oder Hof). Foto: sruilk/Shutterstock.com, Skizzen: Autorin

Augenringe, sagt man, haben etwas mit Schlafmangel zu tun. Dabei sind sie keinesfalls ausschließlich die Folge von durchzechten Nächten, sondern leider oft angeboren. 

Vererbte Augenringe

In einigen Fällen können Augenringe plötzlich auftreten, z.B. im Zusammenhang mit akuten gesundheitlichen Beschwerden wie Eisenmangel. In vielen Fällen sind Augenringe allerdings chronisch und damit dauerhaft sichtbar. Schuld daran sind oft die Gene, weshalb die Augenringe bereits seit Kindheit an bestehen können. Bei  Augenringen, die durch Schlafmangel entstehen, sollte die Verfärbung ein kurzfristiger Zustand sein, der sich von selbst wieder verflüchtigt. 

Die Färbung verrät viel über die Entstehungsgründe der Augenringe. Es gibt zwei markante Typen, die sich anhand der Färbung identifizieren lassen. 

Braune Augenringe

Die braunen Augenringe kommen vermehrt im asiatischen und afroamerikanischen Raum vor. Sie sind an der braunen Verfärbung des Unterlids erkennbar, welche sich in selteneren Fällen bis zum oberen Lid ziehen kann. Verantwortlich für die Verfärbung ist eine lokale Hyperpigmentierung der Haut – es wird partiell zu viel Melanin gebildet. Da diese Hauttypen für gewöhnlich sehr gut bräunen, ist eine gewisse genetische Disposition und Neigung zu braunen Augenringen vorhanden. Weitere Auslöser für die Entstehung dieser Pigmentstörung sind neben UV-Licht auch lokale Entzündungsprozesse oder photosensibilisierende Inhaltsstoffe wie bestimmte Duftstoffe.

Behandlungsvorschlag: Im ersten Schritt empfiehlt sich ein gutes Whiteningprodukt, z.B. in Form von Tyrosinasehemmer, um die Haut nachhaltig aufzuhellen. Nicht jeder hautaufhellende Wirkstoff ist für die Augenpartie geeignet. Sanfte Wirkstoffe sind Glycyrrhetinsäure oder Vitamin C. Absolut unerlässlich ist die tägliche Verwendung eines Sonnenschutzes mit hohem UV-A- und UV-B-Filter. So wird einer erneuten Überpigmentierung vorgebeugt und die Haut ist durch die aufhellenden Wirkstoffe und das dadurch weniger schützende Melanin empfindlicher gegenüber UV-Licht. 

Bei der Behandlung von braunen Augenringen ist Geduld notwendig. Sichtbare Ergebnisse sind frühestens nach 8 Wochen zu erwarten. 

Blaue Augenringe

Die blauen Augenringe sind die häufigere Form und es liegen ihr  komplett andere Ursachen zugrunde. Sie sind durch eine bläulich-lila, teilweise auch rötliche Verfärbung gekennzeichnet. Diese entsteht vor allem durch Ablagerungen von Blutfarbstoffen. Hier sind die feinen Kapillaren schwächer, als sie sein sollten – und dadurch durchlässig, weshalb kleinste Blutpartikel wie durch ein Leck im Schlauch austreten können. Mit den Blutpartikeln tritt auch Hämoglobin aus. Dieses oxidiert und lagert sich mit seinen farbigen Abbauprodukten (Biliverdin, Bilirubin und Eisen) in der oberen und mittleren Hautschicht ab. Das verursacht die typisch bläuliche Verfärbung. Hinzukommt, dass die Haut der Augenpartie 5-mal dünner ist als die restliche Gesichtshaut – wodurch diese durchschimmernd, nahezu transparent und äußerst empfindlich ist. 

Behandlungsvorschlag: Hier gilt es, den Körper beim Abbau des Hämoglobins zu unterstützen und den Abtransport zu fördern. Bestimmte Peptidmischungen sind dazu in der Lage (z.B. der Wirkstoff Haloxyl). Chrysin stimuliert zudem ein körpereigenes Enzym, welches in unserem Körper maßgeblich für den Abbau von Bilirubin verantwortlich ist. 

Zusätzlich ist eine Stabilisierung der empfindlichen Blutgefäße essenziell. Dafür eignet sich der Heilpflanzenwirkstoff Mäusedorn, der sich wegen seiner blutgefäßstärkenden Eigenschaften auch in Produkten gegen Couperose oder Venenleiden bewährt hat. 

Um die dünne Haut zu stärken, können niedrige Konzentrationen an Retinol eingesetzt werden, die die Kollagen- und Elastinsynthese erhöhen. 

Verwechslungsgefahr!

Optisch den Augenringen zum Verwechseln ähnlich sind geschwollene Lider oder Tränensäcke. Besonders am Morgen neigt die empfindliche Haut um die Augen zum Einlagern von Lymphflüssigkeit. Diese Wassereinlagerung lässt das Unterlid anschwellen und verursacht einen optischen Schatten, der wie eine Verfärbung aussehen kann. Im Laufe des Tages klingt die Schwellung ab. Klagen Kunden also in erster Linie über „Augenringe am Morgen“, kann man davon ausgehen, dass geschwollene Lider dahinterstecken. Tränensäcke entstehen hingegen durch Erschlaffung und sichtbare Vorwölbung von Haut, Muskeln und Fettgewebe und sind eine typische Alterserscheinung. Auch hier entsteht ein Schattenwurf, der die Tränensäcke den Augenringen ähnlich erscheinen lässt.

Sarah White | Die Autorin war als internationale Trainerin für die Kosmetikbranche tätig. Auf ihrer Website berichtet sie über Hautpflege und Wirkstoffe und gibt Tipps in Sachen Kosmetik. 

www.iluqua.com

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Mehr Themen aus der professionellen Kosmetik finden Sie jeden Monat in der BEAUTY FORUM Deutschland!

Neue Beauty-Messe

BUNTE Beauty Days

In Kooperation mit dem People-Magazin BUNTE veranstaltet BEAUTY FORUM vom
28. bis 29. Oktober 2017 eine neue Beauty-Messe für Endverbraucher: die BUNTE Beauty Days.

Das Beste daran: Besucher der BEAUTY FORUM MÜNCHEN haben zu dem Event rund um Kosmetiktrends, Treatments und Anti-Aging freien Eintritt! Seien Sie dabei und treffen Sie viele bekannte Promis

Mehr über die BUNTE Beauty Days erfahren

BEAUTY FORUM on Facebook