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Professionelles Ausreinigen erfordert ausreichend Übung, eine korrekte Technik und eine einwandfreie Hygiene. Foto: Samo Trebizan/Shutterstock.com

1. Finger weg von mechanischen Peelings

Oft kommen Kunden in die Praxis und berichten, nach den Pflegegewohnheiten gefragt, dass sie gerne 2-3 Mal wöchentlich ein „Rubbelpeeling“ machen. Das tue der Haut unheimlich gut. Wenn man genauer nachfragt, fällt den Kunden schon auf, dass die Haut danach immer gerötet ist und auch mal brennt. Welche weiteren Probleme sie sich damit einhandeln können, können Sie so erklären: Insbesondere bei entzündlichen Effloreszenzen sollte die Anwendung von mechanischen Peelings unterbleiben. Durch die Schleifkörper kann es zu Verletzungen kommen und infektiöses Material kann freigesetzt werden. Dieses wird dann über die Haut verteilt und an anderer Stelle eingebracht. Diese sogenannten Schmierinfektionen können eine Verschlechterung der Hautsituation herbeiführen. 

2. Professionelles Ausreinigen

Diesen Teil der Behandlung sollte jede Kosmetikerin während ihrer Ausbildung gründlich erlernen. Sie möchten sich auf die Behandlung der Problemhaut spezialisieren? Sorgen Sie für ausreichend Übung und das Erlernen einer korrekten Technik. Dann schaffen Sie es auch, die Haut der Kunden zügig und gründlich auszureinigen. Vor der manuellen Ausreinigung wird die Haut desinfiziert. Nicht entzündete Effloreszenzen können Sie in Richtung des Haarwuchses eröffnen. Anschließend heben Sie den Komedo heraus. Setzen Sie hierfür Ihre Mittelfinger neben den Komedo und ziehen die Haut erst auseinander. Anschließend bauen Sie den Druck in die Tiefe auf und entleeren hierdurch den Inhalt. Eine Pustel entleeren Sie nach gleichem Schema. Papeln dürfen Sie jedoch nicht ent­leeren.

3. Behandlung mit dem „Cryopen“

Sehr bewährt für den Einsatz in der Kabine hat sich der sogenannte „Cryopen“. Dabei bringt man N2O-Gas mit einem speziellen Applikator auf die Haut auf. Es entsteht eine Temperatur von bis zu -89°C. Der „Cryopen“ kommt bei der Behandlung der unreinen Haut unter zwei Aspekten zum Einsatz. 

Antientzündliche Wirkung
Um Pusteln schneller zum Abheilen zu bringen, können sie nach der manuellen Entleerung und Desinfektion kurz (1 bis 2 Sekunden) mit dem „Cryopen“ behandelt werden. Durch die desinfizierende Wirkung wird einer erneuten Entzündung vorgebaut und vor allem die schnelle, fleckenfreie Abheilung unterstützt. Bereiten Sie den Kunden darauf vor, dass nach der Behandlung für wenige Tage eine kleine Kruste entstehen kann, an der nicht manipuliert werden darf.

Farbkorrigierende Wirkung
Bei Kunden, die zu postinflammatorischen Hyperpigmentierungen neigen, kann die Behandlung der Überpigmentierungen mit dem „Cryopen“ eine zügige Harmonisierung des Hautbildes unterstützen. Es ist wichtig, den Kunden zu informieren, dass die Flecken für wenige Tage dunkler erscheinen und erst danach eine Besserung der Farbe eintritt.
Grundsätzlich ist es auch wichtig, nach der Cryobehandlung auf ausreichenden Lichtschutz zu achten.

4. Pflege ohne Silikon- und Mineralöl

Bei der Heimpflege unreiner, zu Akne neigender Haut ist es ratsam, auf Präparate ohne Silikon- und Mineralöle oder andere komedogene Inhaltsstoffe zurückzugreifen. Weiterhin hält die Natur eine Vielzahl an unterstützenden Wirkstoffen bereit wie z.B. Hamamelis, Propolis, Quitte, Hyaluronsäure und Niacin. 

Wichtig ist es, hierbei auf Pflegeprodukte zu setzen, die die Hautverbesserung auf mehreren Ebenen unterstützen, also die Überverhornungen vermindern, Poren verfeinern, Entzündungen vermindern und die postinflammatorischen Hyperpigmentierungen reduzieren.

5. Hände aus dem Gesicht!

Dieser Punkt ist vermutlich mit am schwierigsten umzusetzen. Um ein Ausbreiten der Hautverschlechterung sowie Narbenbildung zu unterbinden und die Hautsituation zügig zu verbessern, ist dieser Punkt jedoch sehr wichtig. Hier gilt es, mit den Betroffenen gemeinsam die Situationen zu ermitteln, bei denen die Finger ins Gesicht wandern und quetschen oder knibbeln. 

Anschließend entwickelt man dann eine passende Strategie, die die „Enthaltsamkeit“ erleichtert. Ein schönes Make-up aufzutragen, das nicht zerstört werden soll, kann eine Möglichkeit sein. Oder auch das Tragen von Baumwollhandschuhen, um das unbewusste Knibbeln zu unterbinden. Wenn das Quetschen der Kundin der Entspannung dient, kann psychologische Hilfe sinnvoll sein.

Durch die Behandlung mit dem „Cryopen“ kann man eine antientzündliche und farbkorrigierende Wirkung erzielen. Foto: Daniela Hambek
Die Behandlung mit Hochfrequenz wirkt nach der Reinigung unterstützend. Schwellungen und Rötungen gehen schneller zurück, Entzündungen heilen zügig ab. Foto: Daniela Hambek

6. Gesunde Ernährung

Das Thema Ernährung ist in der Tat schwierig. denn die Nahrungsmittel, die Probleme machen, sind nicht bei jedem Menschen gleich. Während man vor einigen Jahren noch der Meinung war, dass man Akne mit einer besonderen Ernährung nicht großartig verbessern kann, ist heute bekannt, dass einige Lebensmittel das Hautbild verschlechtern können. Der Verzicht auf diese Lebensmittel kann also eine Verbesserung bewirken. Das ist insbesondere für Milchprodukte bekannt, aber auch für ein Übermaß an Zucker. Andere wiederum reagieren z.B. auf Weizen, Gluten, Schweinefleisch, Tomaten oder andere Lebensmittel mit Pickeln.  Ein Allergietest kann eventuell erste Hinweise liefern. Hilfreich ist auch eine Ernährungsumstellung, kombiniert mit der Pflege eines Ernährungstagebuches. Allerdings sollten Sie Ihre Kunden darauf vorbereiten, dass es einige Wochen dauern kann, bis sich eine erste Veränderung einstellt.

7. Lipolytische Enzympeelings

Bei Kunden mit einer Vielzahl an offenen Komedonen bietet sich der Einsatz von speziellen Peelings mit Lipasen an. Diese bewirken eine Spaltung der Fette, wodurch die festsitzenden Komedonen aufgeweicht werden. Kleinere Komedonen können hier sogar komplett herausgelöst werden. Mit einem solchen Tool erleichtern Sie sich und Ihrem Kunden das Ausreinigen deutlich. 

8. Korneolytische Enzympeelings

Bei den korneolytischen Enzympeelings kommen Proteasen zum Einsatz. Proteasen sind Biokatalysatoren, die Eiweiße spalten können. Hierdurch werden tote Hornschüppchen sanft abgelöst. Im Vergleich zuden mechanischen Peelings ist bei den korneolytischen Peelings die Gefahr von Schmierinfektionen bei entzündlich veränderter Haut deutlich reduziert.

9. Hochfrequenz

Die Behandlung mit Hochfrequenz wird auch als „Kaltes Plasma“ bezeichnet. An der Spitze der Elektrode bildet sich durch Funkenentladungen ein Plasma. Die Elektrode setzt man direkt auf die Haut auf oder hält sie mit einem kleinen Abstand darüber. Hierbei entsteht Ozon, das nach sehr kurzer Zeit wieder zu Sauerstoff zerfällt. Dieser Prozess unterstützt das Abheilen von Entzündungen und insbesondere nach dem Ausreinigen können Rötungen und Schwellungen schneller abklingen.

10. IPL

Insbesondere bei entzündlichen Hauteffloreszenzen kann man mit IPL (Intensives gepulstes Licht) arbeiten. Vor allem blaues Licht hat sich sehr gut bewährt, da es Entzündungen reduzieren kann. 

Daniela Hambek | Die Diplom-Biologin, Heilpraktikerin und Kosmetikerin war viele Jahre in der medizinischen Grundlagen- und ­Auftragsforschung tätig. Sie entwickelte die Spezialkos­metikserie Dermagico und leitet ein Institut für medizinische Kosmetik.

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