Aboriginal-Beauty

Traditionelle Schönheitsrituale aus Australien

Wie überall erinnert man sich auch in Australien an uralte Kulturen und ihre Heilgeheimnisse – und wie überall werden daraus neue Wellness-Treatments konzipiert. So schenkt uns die 40.000 Jahre alte Kultur der Aboriginals, der australischen Ureinwohner, faszinierende Beauty-Rituale.
Die Ureinwohner Australiens leben von und mit der Natur und erkennen in der Natur die Kraftquellen für Gesundheit und Schönheit. Sie glauben, dass Mensch und Natur einander Spiegelbild sind, dass die Erde ausatmet, was die Menschen denken und fühlen. Die Mineralien im Inneren der Erde sind ihrer Meinung nach verbunden mit den Nervensystemen der Menschen. Je mehr das innere Kraftfeld der Erde gestört wird, umso verwundbarer wird auch die innere Struktur der Menschen. Ein Wort für heilen haben die Aboriginals übrigens nicht – sie sagen dazu „jemanden froh und glücklich machen“.

Mit der Erde verbunden
Von großer Bedeutung für die Lebensphilosophie der australischen Urein-wohner sind die fünf Elemente, die geachtet und mit allen Sinnen wahrge-nommen werden sollen, um Gesundheit und Schönheit (d.h. Wohlbefinden und Glück) zu schenken:

  • Die Erde – sie versorgt uns mit allem, was wir brauchen. Deshalb müssen wir achtsam mit ihr umgehen.
  • Das Wasser – alles Leben wurde aus ihm geboren, es präsentiert uns die verschiedensten Stimmungen.
  • Das Holz – so wie die starken Wurzeln der Bäume sollen wir uns mit der Erde auf unserer Reise durch das Le-ben verbunden fühlen, um unsere Lebenskraft zu erhalten.
  • Die Luft – mit jedem Atemzug erfahren wir die Lebenskraft der Erde, der Jahreszeiten, der Pflanzen und Tiere und den Kreislauf des Lebens.
  • Das Feuer – es kann alles transformieren/verändern und in reine Energie verwandeln. Sein Ursprung ist die Sonne, die uns und allen Geschöpfen dieser Erde Leben schenkt.

Das Besondere der Aboriginal-Wellness ist, dass die Geheimnisse ihrer Heilpfade, ihrer Rituale, der Lebensphilosophie ihrer uralten Kultur den Hintergrund bilden. Dazu gehört auch das Wissen um die Heilkraft der einheimischen Pflanzen, die heilende Kraft der Tiere, von Erde und Wasser, die reinigende Kraft von Räucherzeremonien, die heilsame Wirkung von Farben und Musik sowie die Wahl des richtigen Ortes und der richtigen Zeit.

Wirkstoffe aus „Down Under“
Sehr bekannt bei uns ist das australische Teebaumöl; es gibt bereits ganze Produktpaletten mit diesem Inhaltsstoff. Aber es gibt noch zahlreiche andere, für uns exotische Inhaltsstoffe, zum Beispiel verschieden Akazienarten, wie Wattle- (die Nationalblume Australiens) und Mulgabäume, Bottlebrush, Buschlilie, Erdnussbaum, Grasbaum, Kurrajongbaum, Spinifex (Süßgrasart), Tamarinde, Zitronengras u.v.m.

  • Die Aboriginals haben von jeher Blütenessenzen zur Behandlung von Körper und Seele verwandt, ähnlich den uns bekannten „Bachblüten“. Auch das Fett einiger Tiere, wie z.B. Emuöl, wird als Basis für Cremes genutzt. 
  • Wichtige Bestandteile der australischen Kosmetik sind auch die verschiedenen Erden, wie zum Beispiel weißer Ton, roter, eisen- und hämatithaltiger Ocker, Lehm von Termitenhü-geln und Wüstensand.
  • Frisches Quellwasser oder mit Holzasche gereinigtes Wasser aus ei-nem heiligen Wasserloch gilt bei den Aboriginals als Quelle der Lebenskraft. Deshalb gehören zu einem australischen Wellness-Konzept unbedingt auch Wasserbehandlungen. 
  • Die richtige Farbe wird sowohl bei der Auswahl der Pflanzensubstanzen als auch bei den verschiedenen Heilerden beachtet. Der richtige Ort und die richtige Zeit spielen bei australischen Wellness-Centern ebenfalls eine wichtige Rolle.
  • Auch Rauch aus Hölzern und Pflanzen, verbrannt in sogenannten Coolamons, speziellen, kleinen Holzschiffchen oder -schalen, ist ebenso Teil eines Aboriginal-Wellness-Rituals wie der Klang des Didjeridoo, des australischen hölzernen Klangrohres. Bei Kie’Arwoo, einem Massageritual (mehr dazu im BEAUTY FORUM-Downloadbereich), werden die Coolamons eingeölt auch als Mittel für eine spezielle Muskelarbeit eingesetzt.

Auf Wellness-Traumreise
Die Li’Tya-Wellness-Treatments kombinieren eine breite Palette von Produkten aus botanischen und mineralischen Substanzen Australiens mit speziellen Behandlungsritualen, entstanden aus den „Heilpfaden“ der „Aboriginal-Dreamtime“. Ein „Bijarri“, eine Traumzeit-Behandlung, kann bis zu drei Stunden dauern; dabei gehen Körper und Geist auf „Walkabout“, auf eine Reise zu sich selbst.

  • Jedes Wellness-Ritual beginnt mit einem Gespräch über die kulturellen Hintergründe, mit sanften Didjeridooklängen und dem traditionellen Räuchern aus den „Coolamons“. Dabei erlebt der Gast die Traumzeit-Philosophie mit allen Sinnen. Die Räucherzeremonie soll die Luft von alten Kräften reinigen und Raum geben für neue Lebensenergie.
  • Spezielle Schlamm-, Sand- und Ton-/Heilerdepackungen versorgen den Organismus mit wichtigen Mineralien; Blütenbäder schenken Körper und Seele Entspannung.
  • Wahre Wellness-Bonbons sind die Massagen, wie z.B. die „Miji Kodo“, eine Massagekombination aus Druckpunktmassage und Spiralknetung, verbunden mit pressenden, streichenden und dehnenden Bewegungen; massiert wird mit australischen Steinen.

Ein ganzheitliches Ritual
Bei der zweistündigen „Mala Mayi“-Behandlung wird der Körper wie bei einer traditionellen „Smudging“-Zeremonie mit einem bestimmten Muster bemalt. Beim Räuchern von Zitronenmelisse, Baumrinde und Eukalyptus werden verbrauchte Energien vertrieben und die Atmosphäre wird für den weiteren Behandlungsablauf gereinigt.
In einer warmen „Mapi Schlamm“-Packung wird der Körper mit Mineralstoffen gestärkt. Der Kopf wird mit der traditionellen „Paudi“-Technik massiert und mit einer Quandong-Haarpackung versehen (Quandongs sind Quitten-ähnliche Früchte). Körper und Haar werden unter der Tropendusche abgewaschen. Danach wird der Gast mit „Kodo“, einer rhythmischen Körpermassage, verwöhnt.
Zum Abschluss gibt es australische Tees, Säfte oder Früchte bei einem Gespräch, bei dem der Gast seine Gefühle zum Ausdruck bringen kann – und das Grußwort der Aboriginals „Kiean’wo“: Alles ist voll Freude!

Autorin: Henny Ladwig